Kulturgut

UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes wächst

Auch Flamenco steht auf der UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes (Archiv)

Auch Flamenco steht auf der UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes (Archiv)

Flamenco oder mediterrane Küche: Die UNESCO erhebt in Nairobi immer mehr Traditionen zum immateriellen Weltkulturerbe. Die lange Liste wird schneller abgearbeitet als erwartet.

Auf der noch bis Freitag dauernden Konferenz der Weltkulturorganisation in Kenias Hauptstadt stand bereits am Mittwoch nur noch die Entscheidung aus, ob auch Khachkars, armenische Kreuzstelen, als Kulturgut gelten sollen.

Bis Dienstagabend hatten es bereits 46 der beantragten Volksbräuche und Traditionen aus Europa, Asien und Lateinamerika auf die Liste geschafft - darunter der Flamenco, die Pekingoper und iranische Teppichknüpfkunst sowie das mehrgängige französische Menü und die Küche der Mittelmeerländer.

Die Springprozession im luxemburgischen Echternach, der 600 Jahre alte Karneval im belgischen Alost und rituelle Tänze aus Peru haben nun ebenso eine besondere UNESCO-Wertschätzung wie das mongolische Naadamm-Festival.

Schweiz erst ab 2012 bereit

Die Schweiz erstellt derzeit ein Inventar ihrer lebendigen Traditionen. Damit erfüllt sie den ersten Teil der 2008 ratifizierten UNESCO-Konvention. Die Liste soll 2012 vorliegen.

Aus den Vorschlägen der Kantone filtert eine vom Bundesamt für Kultur (BAK) eingesetzte Expertenkommission in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern und der Schweizerischen UNESCO-Kommission um die 100 heraus.

2003 eingeführt

Die UNESCO hatte 2003 erstmals beschlossen, auch Volksbräuche und Traditionen als Kulturgüter anzuerkennen. Allerdings ist die Entscheidung über immaterielle Kulturgüter noch nicht von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert worden.

Mit der Eintragung auf der Kulturliste sollen die oft Jahrhunderte alten und noch immer in einem Land oder bei einer ethnischen Minderheit lebendigen, oft nur mündlich überlieferten Sitten eine besondere Wertschätzung erhalten.

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