In Andermatt plant Samih Sawiris 24 Luxusvillen für Superreiche. Jetzt droht ein jahrelanger Rechtsstreit mit Umweltschützer Franz Weber, wie die Recherchen der «Schweiz am Sonntag» zeigen. Helvetia Nostra, die Organisation des Urhebers der Zweitwohnungsinitiative, will die Villen verhindern, sofern sie nicht als Erstwohnung genutzt werden. «Aus unserer Sicht sind sie gemäss dem neuen Verfassungsartikel als Zweitwohnung nicht erlaubt», sagt Fabian Dreher, Kampagnenleiter bei Helvetia Nostra für alle Deutschschweizer Zweitwohnungsprojekte.

«Immer, wenn eine konkrete Bauauschreibung vorliegt, werden wir prüfen, ob wir rechtlich dagegen vorgehen können.» Grünes Licht dafür erhielt Franz Weber diese Woche vom Bundesgericht. Es entschied, Helvetia Nostra sei gegen Baubewilligungen von Zweitwohnungen beschwerdeberechtigt. «Wir werden auf keinen Fall mit dem Villenmarketing anfangen, bevor die Rechtslage geklärt ist», sagt Sawiris zum drohenden Rechtsstreit.

Empfindlicher Punkt für Sawiris

Sollte Weber tatsächlich Einsprache gegen die Villen erheben und damit vor Gericht durchdringen, trifft das Sawiris am empfindlichsten Punkt. Denn ohne die Villen wird die Gesamtrendite seines Resorts kleiner. «Die Villen bringen uns sehr viel Geld, damit sich das Projekt trägt», sagt Sawiris. «Aus den Villen werden wir mindestens 200 Millionen Franken Überschuss bekommen.»

Sawiris findet, er habe einen Rechtsanspruch auf vollständige Fertigstellung des bewilligten Resorts. Der Bau der Villen sei auch nach Webers Abstimmungssieg möglich, denn sie basierten auf einem seit Jahren genehmigten detaillierten Sondernutzungsplan. Doch in den Augen von Helvetia Nostra ist der Sondernutzungsplan zu wenig detailliert, um als Baubewilligung durchzugehen.

Constantin darf nicht bauen

Ein prominentes «Opfer» des Bundesgerichtsurteil zu den Zweitwohnungen von dieser Woche ist Christian Constantin, Bauherr und Präsident des Fussball-Clubs Sion.

Constantin wollte ein Hotelprojekt samt Zweitwohnungen in Randogne im Gebiet Crans-Montana VS bauen. Am 1. Juni 2012 erhob die Umweltorganisation Helvetia Nostra von Zweitwohnungs-Initiant Franz Weber Einsprache gegen das Projekt, wie Vera Weber gegenüber «Sonntagsblick» sagt.

Die Gemeinde Randogne wies die Einsprache am 10. Dezember ab. Helvetia Nostra konterte am 9. Januar 2013 mit einer Beschwerde. Diese ist hängig. Seit dem Bundesgerichtsurteil vom Mittwoch ist aber klar, dass die Beschwerde Webers vor Gericht wohl Erfolg hat - und Constantin seine Zweitwohnungen vergessen kann. (rsn)