Schweiz

Strassenlärm: Weiterhin mehr als eine Million Betroffene – Schutz ungenügend

Jeder achte Bewohner der Schweiz leidet unter übermässigem Strassenlärm.

Jeder achte Bewohner der Schweiz leidet unter übermässigem Strassenlärm.

Mehr als eine Million Menschen sind hierzulande immer noch übermässiger Belastung durch Strassenlärm ausgesetzt. Der Bund erachtet den Schutz als ungenügend und sieht Handlungsbedarf.

(rwa) Trotz Erfolgen in den letzten 30 Jahren gibt sich der Bund selbstkritisch. Noch immer seien mehr als eine Million Personen an ihrem Wohnort übermässigem Strassenlärm ausgesetzt, kommt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung zum Schluss.

Die gesundheitlichen Folgen seien unter Umständen gravierend. Lärm beeinträchtige die Lebensqualität und könne krank machen, betonte das BAFU. Zudem vermindere Lärm die Wohnqualität. 2016 betrugen die externen Kosten des Strassenlärms über zwei Milliarden Franken. Dieser Betrag umfasst neben Gesundheitskosten auch Wertverluste auf Immobilien.

Für den besseren Schutz vor Strassenlärm sind nach Angaben des Bundes weiterhin erhebliche Investitionen notwendig. Bis Ende 2018 flossen über 4,3 Milliarden Franken in Schutzmassnahmen. Der Gesamtaufwand schätzt das BAFU auf 6 Milliarden Franken. Seit dem Inkrafttreten der Lärmschutz-Verordnung vor 30 Jahren konnten fast 270'000 Personen vor Strassenlärm geschützt werden, so das BAFU.

Die Lärmliga Schweiz spricht in einem Communiqué von« kleinen Lichtblicken. » Immerhin schaffe das BAFU nun Transparenz. Die Liga kritisiert seit Jahren, dass in der Schweiz zu wenig gegen Lärmbelästigung getan werde. Mit vielen Lärmschutzmassnahmen werde nur Steuergeld verschwendet, in Zukunft solle man nur noch Massnahmen an der Quelle fördern, verlangt die Liga.

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