Durchseuchung
So viele Coronafälle gab es bereits im Nationalrat – eine Partei trifft es besonders hart

Ausgerechnet die gewählten Volksvertreter infizieren sich auffällig häufig mit Corona. Recherchen zeigen, dass es im Nationalrat doppelt so viele Infektionen gibt wie in der übrigen Bevölkerung. Gleichzeitig werden die Parlamentarier für Feiern mit Blasmusik und Geburtstagssingen scharf kritisiert.

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Grüne und Grünliberale hatten bisher keine bestätigten Coronafälle, die Mittefraktion einen (das entspricht 3 %), die SP zwei (5 %) die SVP fünf
(9 %) und die FDP bildet mit ebenfalls fünf Fällen das Schlusslicht, das entspricht 17 Prozent der Fraktion.

Im Nationalrat ergibt das total 13 Ansteckungen und eine Durchseuchung von 6,5 Prozent – das ist fast eine doppelt so hohe Rate, wie im Rest der Bevölkerung. Dies geht aus Recherchen von TeleZüri hervor.

Sind Politiker zu wenig vorsichtig? «Politikerinnen und Politiker sind in vielen Gremien und treffen viele Leute, auch wenn man die Kontakte zu minimieren versucht. Man kann nicht einfach aus dem Homeoffice Politik machen», sagt FDP Fraktionspräsident Beat Walti. Balthasar Glättli, Präsident der Grünen, stimmt ihm da zu, findet aber, dass die Parlamentarier ihre Vorbildfunktion mehr wahrnehmen müssten: «Die Singaktion für Ueli Maurer und dann noch die Blaskapelle, das ist sicher nicht ganz vorbildlich.» (kob)