Gestützt auf verschiedene Studien präsentiert Sucht Schweiz in dem am Dienstag erschienenen Suchtmonitor einen Überblick über Abhängigkeiten in den Bereichen Alkohol, Tabak, illegale Drogen, Medikamente, Glücksspiel und Internet-Konsum. Hier die wichtigsten Punkte des Berichts: 

1. 250'000 Menschen in der Schweiz sind alkoholabhängig

Jeder zwölfte Todesfall ist alkoholbedingt. Die Sucht verursacht zudem gesellschaftliche Kosten in Höhe von 4,2 Milliarden Franken.

2. Jeder Fünfte trinkt risikoreich

3. Im Durchschnitt trinkt ein Schweizer im Jahr 7,8 Liter reinen Alkohol

4. 100'000 Kinder wachsen mit einem alkoholabhängigen Elternteil auf

5. Personen mit tiefem Bildungsstand sind häufiger in Behandlung 

Und ein Drittel der Menschen in Behandlung ist arbeitslos.

6. Die Romands müssen öfters wegen Alkoholkonsum ins Spital 

7. 6% der Schwangeren Frauen trinken viel Alkohol 

Und 2 von 100 Babys in Europa kommen mit alkoholbedingten Beeinträchtigungen zur Welt.

8. Ein Viertel der Bevölkerung raucht 

Im Gegensatz zu den meisten Ländern der westlichen Welt geht die Quote von 27 Prozent in der Schweiz seit Jahren nicht mehr zurück. 

9. Pro Jahr sterben 9500 Menschen wegen des Tabakkonsums 

Die folgende Grafik zeigt, welche Erkrankung letztlich zum Tod führt:

10. Je gebildeter, desto weniger greift man zur Zigarette

Der Bildungsstand hat auch hier Einfluss: So wissen schlechter Gebildete weniger Bescheid, wie gefährlich Tabakkonsum ist. 

11. Immer mehr rollen ihre Zigarette selber

Und 2,9 Prozent der Befragten, mehrheitlich junge Menschen, konsumieren rauchlose Tabakprodukte wie Schnupftabak oder Snus. Marktzahlen zur Entwicklung von E-Zigaretten sind nicht erhältlich.

12. Cannabis bleibt illegale Droge Nummer 1

3 Prozent der Bevölkerung geben an, in den letzten 30 Tagen Rausch-Cannabis konsumiert zu haben. CBD-Cannabis wird verwendet, um Krankheiten zu behandeln, Stress abzubauen und Schlafstörungen zu bekämpfen, den Verbrauch von illegalem Cannabis zu senken oder einfach um die Neugier zu stillen. 

13. Kokain ist en vogue 

Auf dem Schweizer Markt werden pro Jahr schätzungsweise 5 Tonnen Kokain umgesetzt. Das entspricht Erträgen von 330 Millionen Franken. Die Schweizer Städte sind beim Pro-Kopf-Konsum dieser Droge europaweit ganz vorne. 80 Prozent der Konsumenten schnupfen Kokain nur an den Wochenenden. 

14. Drogen werden selten im Internet gehandelt 

Eine Analyse der Kryptomärkte zeigt: Der Online-Drogenhandel auf dem Darknet bleibt hierzulande ein Randphänomen. 

15. Heroinpreise sinken

Die Preise sind viel tiefer als noch vor 20 Jahren. Und anders als beim Kokain wird Heroin oftmals von den Konsumenten selbst weiterverkauft. 

16. 9% der über 74-Jährigen sind von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig 

Im Gegensatz zu den USA kennt die Schweiz bisher hingegen kein Phänomen wie die Opioid-Krise.

17. Fast 3 % der Bevölkerung nimmt täglich oder fast täglich Schlaf- oder Beruhigungsmittel ein 

18. 76'000 Personen spielen exzessiv 

Die Spielsüchtigen verursachen Kosten für die Gesellschaft von schätzungsweise 551 bis 648 Millionen Franken. Insgesamt spielen hierzulande 1,5 Millionen Menschen um Geld.

19. In Schweizer Casinos sind über 50'000 Personen gesperrt

20. Die Spielenden verlieren 1,6 Milliarden Franken pro Jahr 

Dabei haben besonders Geldspiele im Internet, die ständig verfügbar sind und rasche Gewinne versprechen, ein hohes Suchtpotenzial. Mit der Öffnung des Schweizer Geldspielmarktes für Online-Casinospiele seit Anfang 2019 bräuchte es laut Sucht Schweiz mehr begleitende Massnahmen für den Spielerschutz.

21. Bei 70'000 Personen liegt eine problematische Nutzung vor

Am stärksten betroffen sind Jugendliche. Die Nutzung gilt dann als problematisch, wenn jemand trotz schädlicher Folgen weiter online bleibt.