SRF-«Rundschau»

Sexistische Äusserungen gegenüber Richterin: Oberster Bundesrichter in der Kritik

Gerichtspräsident Ulrich Meyer hat sich für seine Aussagen entschuldigt.

Gerichtspräsident Ulrich Meyer hat sich für seine Aussagen entschuldigt.

Der Präsident des Bundesgerichts Ulrich Meyer hat sich herablassend über eine Richterin des Bundesstrafgerichts geäussert. Seine Worte wurden aufgezeichnet.

(agl) Die sexistischen Äusserungen sind am Rande einer Sitzung der Verwaltungskommission des Bundesgerichts gefallen. Wie SRF in einem Vorbericht zur Sendung «Rundschau» am Mittwoch publik machte, bezeichnete Meyer die Frau unter anderem als «magersüchtig», zudem habe er gesagt, sie habe «einen giftigen Blick» und «die quasselt». Seine Aussagen wurden aufgezeichnet.

«Ja, die Aussagen habe ich gemacht. Nicht der Richterin gegenüber, sondern im engsten Kreis», sagte Meyer gegenüber der Rundschau. Das Unrecht, dass er ihr zugefügt habe, bedauere er zutiefst. Er habe zudem mit der Richterin Kontakt aufgenommen und ihr ein formelles Entschuldigungsschreiben geschickt.

Das Ganze ereignete sich im Rahmen einer Untersuchung rund um das Bundesstrafgericht in Bellinzona. Dort haben sich lockere Sitten breitgemacht, wie die Zeitungen von CH Media bereits im letzten Dezember aufdeckten. Dabei ging es unter anderem um Mobbing und Sexismus. Auch bei der Untersuchung der Vorfälle durch das Bundesgericht sollen nun Fehler passiert sein, wie ein Schreiben der Geschäftsprüfungskommission zeigt. Zu diesen Vorwürfen muss das Bundesgericht nun Stellung nehmen.

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