Mathias Binswanger

Schweizer geben dafür Millionen aus: «Es ist mir ein Rätsel, warum Autokennzeichen so begehrt sind»

Volkswirtschafts-Professor Mathias Binswanger.

Volkswirtschafts-Professor Mathias Binswanger.

Machen tiefe Kennzeichen langfristig glücklich? Die Antwort darauf hat Mathias Binswanger. Der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten und Privatdozent an der Uni St. Gallen kennt sich mit Zahlen aus – und hat zum Thema Glück geforscht.

Schweizer geben Millionen aus pro Jahr für spezielle Autokennzeichen aus, obwohl man das viel günstiger haben könnte. Ist dies für Sie als Ökonom nachvollziehbar? Mathias Binswanger: Nein, es ist mir ein Rätsel, warum gewisse Schilder so begehrt sind. Ich kann es nicht nachvollziehen.

Was könnte die Faszination tiefer Kennzeichen sein?

Es geht wohl darum, etwas Spezielles zu haben. Jede Nummer ist zwar einzigartig, aber nicht jede fällt auf.

Kauft man sich damit ein wenig Glück?

Offenbar gibt es Leute, die dies glücklich macht. Man hat etwas, das andere nicht haben, und zeichnet sich dadurch aus. Dies verleiht eine gewisse Einmaligkeit. Menschen haben gerne, wenn sie etwas besser sind oder etwas mehr besitzen als andere.

Ist das nachhaltiges Glück?

Nein, kaum. Das spezielle Kennzeichen ist sehr schnell wieder vergessen. Daran verschwendet man kaum längere Zeit Gedanken.

Sie haben ein gewöhnliches Nummernschild?

Ein völlig beliebiges. Es ist doch gut, nicht aufzufallen. Sonst wird man sehr schnell identifizierbar (lacht). (lfh)

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