Datenschutz

Schülerinnen und Schüler erzählen von Cyber-Mobbing am Gymnasium

Besuch der Datenschützer des Kantons Zürich im Gymnasium Stadelhofen

Besuch der Datenschützer des Kantons Zürich im Gymnasium Stadelhofen

Der Datenschützer Bruno Baeriswyl hat am Montag an der Kantonsschule Stadelhofen in Zürich eine Klasse über die Tücken von Facebook und anderen sozialen Medien informiert. Vieles wussten die jungen Leute schon – ein paar wichtige Dinge aber nicht.

Längst kennen die 17- und 18-Jährigen soziale Medien - sie gehören zu ihrem Alltag. Von den rund 25 Schülerinnen und Schülern heben nur gerade zwei die Hand nicht, als Baeriswyl fragt, wer Facebook und dergleichen nutzt.

Zum 7. Europäischen Datenschutztag besucht der Datenschützer des Kantons Zürich das Gymnasium Stadelhofen. Auf Probleme mit Sozialen Netzwerken angesprochen erzählen Schüler Cyber-Mobbing-Erlebnisse.

Zum 7. Europäischen Datenschutztag besucht der Datenschützer des Kantons Zürich das Gymnasium Stadelhofen. Auf Probleme mit Sozialen Netzwerken angesprochen erzählen Schüler Cyber-Mobbing-Erlebnisse.

Sie halten über solche Plattformen Kontakt zu Bekannten, die weit weg leben. Und sie unterhalten gar einen Klassen-Chat. Dort tauschen sie sich aus über Hausaufgaben oder ihre Pläne fürs nächste Wochenende, wie eine Schülerin erzählt.

Und sie kennen sich ziemlich gut aus. Sie sind sich bewusst, dass ihre Informationen und Bilder weiterverbreitet werden können, und dass immer häufiger potenzielle Arbeitgeber nach kompromittierenden Einträgen Ausschau halten.

Sie wissen auch, dass es beschränkende Sicherheitseinstellungen für den eigenen Account gibt. Die Einstellungen haben aber manche eher flüchtig gemacht - ein Mitarbeiter Baeriswyls zeigt ihnen, worauf sie achten müssen.

Urheberrecht mit Klick abgeben

Als der kantonale Datenschützer den jungen Leuten dann aber erklärt, dass Facebook das Urheberrecht auf sämtliche Inhalte, die sie "posten" beansprucht, da ist doch ein leises Erschrecken spürbar. Das wussten sie nicht. Facebook-Betreiber können mit den Inhalten machen, was sie wollen - etwa für gezielte Werbung verkaufen und damit Geld verdienen.

Das sei in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) so festgelegt, sagt Baeriswyl. Bei der Eröffnung ihres Accounts haben alle Schülerinnen und Schüler den Bestätigungsbutton angeklickt bei der Frage, ob sie die AGB gelesen haben - sonst hätten sie ihr Konto gar nicht eröffnen können. Tatsächlich gelesen hat sie keiner.

Nach der Lektion sagen verschiedene Schülerinnen und Schüler auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sda, sie würden die Sicherheitseinstellungen zu Hause nochmals überprüfen. Und künftig würden sie noch aufmerksamer auswählen, was sie "posten".

Europäischer Datenschutztag

Die Lektion an der Kantonsschule fand laut Baeriswyl nicht zufällig am Montag statt: Der 28. Januar ist als Europäischer Datenschutztag festgelegt. Dieser basiert auf der Konvention 108, welche der Europarat bereits im Januar 1981 verabschiedet hat - noch vor dem Internet-Zeitalter. Die Konvention regelt den Umgang mit automatisierten personenbezogenen Daten. Die Schweiz ist 1997 beigetreten.

Seit letzten Herbst hat Baeriswyl einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf Schulen gelegt. Vorerst beschränken sich seine Informations- und Diskussionsveranstaltungen auf Mittelschulen. Baeriswyl strebt aber eine Ausweitung auf Sekundar- und Berufsschulen an, wie er am Rande der Veranstaltung zur sda sagte.

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