Roger Heiss
Roger Heiss wirft das Handtuch

Gemeindeamann Roger Heiss tritt überraschend zurück. Grund: das Nein an der Urne zur Erhöhung der Gemeinderatslöhne in Hermetschwil-Staffeln.

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Roger Heiss

Roger Heiss

Aargauer Zeitung

Lukas Schumacher
Bei der Referendumsabstimmung am letzten Sonntag fiel die Erhöhung der Gemeinderatsbesoldung deutlich durch. 230 Nein gegen 123 Ja lautete das Resultat. In einer Medienmitteilung hält der Gemeinderat fest: «Das Referendumskomitee hat es geschafft, einen grossen Teil der Dorfbevölkerung zu beeinflussen. Dabei haben Objektivität, Fairness und Respekt oft gefehlt.» Die Gemeindebehörde Hermetschwil-Staffeln müsse wichtige Weichen für die Zukunft stellen. Das könne nur gelingen, wenn die Gemeindebehörde «eine mehrheitsfähige Politik macht».

«Mache den Weg frei»
«Nach dem klaren Urnenresultat braucht unser Dorf einen politischen Neuanfang ohne Heiss», sagt Gemeindeammann Roger Heiss, SVP. Der 59-Jährige kündigt seinen Rücktritt per Ende 2009 an. Die Demission will Heiss keineswegs als Trotzreaktion verstanden wissen. Vielmehr erachte er es als seine Pflicht, den «Weg freizumachen, losgelöst von den zementierten alten Führungsstrukturen.»

Heiss spricht von einem hoffnungsvollen Befreiungsschlag und gibt zu verstehen, dass «das Oppositionslager unseres Dorfs nun nicht mehr nur Kritik üben, sondern selber konstruktiv mitarbeiten soll».

Anfang 2006 übernahm Roger Heiss als Nachfolger von Pius With das Gemeindeammannamt. Sein grösstes Verdienst in der knapp vierjährigen Amtszeit: Heiss gleiste mit Geschick den geplanten Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde Bremgarten auf.

Schwierige Situation
Nebst Gemeindeammann Heiss tritt auch Vizeammann Peter Wipf Ende 2009 zurück. Wipf hatte bereits im Frühling seine Demission angekündigt. Unklar ist, ob die drei restlichen Gemeinderäte David Streiff, Doris Stöckli und Christian Gantenbein (alle parteilos) im Sog des Heiss-Rücktritts bei der Stange bleiben. Falls nicht, würde die ohnehin schwierige Situation in der 1100 Einwohner zählenden Gemeinde zusätzlich verschärft.

Streiff, Stöckli und Gantenbein müssen sich auch Gedanken über die Gemeindeammann- und die Vizeamannkandidatur machen. Viel Zeit für solche Überlegungen bleibt nicht. Am 28. August läuft die Anmeldefrist für die Gesamterneuerungswahl ab. Am 28. August wird auch bekannt sein, ob sich weitere Personen für den fünfköpfigen Gemeinderat bewerben. Gewählt wird in Hermetschwil-Staffeln am 25. Oktober.