Freitod

Richtungsstreit bei Sterbehilfeorganisation Exit um Altersfreitod

Die Sterbehilfeorganisation Exit will sich vermehrt für den Altersfreitod engagieren. Damit sollen auch gesunde ältere Menschen einen begleiteten Suizid begehen können. Das hat einen Streit innerhalb von Exit ausgelöst.

Die Sterbehilfeorganisation Exit will sich vermehrt für den Altersfreitod engagieren. Damit sollen auch gesunde ältere Menschen einen begleiteten Suizid begehen können (wir berichteten).

Hierfür hat Exit ihre Mitglieder befragt. Eine entsprechende Statutenänderung dürfte an der nächsten Generalversammlung im Mai angenommen werden.

Wie die «NZZ am Sonntag» nun berichtet, entbrennt über die Auslegung der Bestimmung ein Richtungsstreit innerhalb von Exit: Der Vorstand will bloss das Lobbying verstärken.

Sterbehelfer Walter Fesenbeck hingegen fordert: «Exit muss die Ärzte offiziell ermutigen, auch gesunden betagten Sterbewilligen das Rezept auszustellen, wenn sie schwere Erkrankung und den Verlust der Selbständigkeit befürchten. Exit soll den Ärzten Rechtsbeistand zusichern, sollten sie in Schwierigkeiten geraten», sagt er gegenüber der "NZZ am Sonntag".

«Musterprozess provozieren»

Notfalls soll Exit einen Musterprozess provozieren. Mehr Rechtssicherheit in dieser Frage wünscht auch Andreas Brunner, ehemaliger leitender Oberstaatsanwalt im Kanton Zürich.

«Gegen Sterbebegleitung bei lebenssatten Gesunden habe ich nichts einzuwenden», sagt der Sterbehilfe-Spezialist.

Allerdings brauche es eine viel engere Begleitung unter Einbezug der Verwandten über längere Zeit. Brunner fordert eine verbindliche gesetzliche Regelung.

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