Polens Staatschef Lech Kaczynski überreichte den Orden vom Weissen Adler an Popieluszkos mittlerweile 89-jährige Mutter Marianna. Zuvor hatte der Warschauer Erzbischof Kazimierz Nycz eine Messe in Popieluszkos früherer Kirche in Warschau gehalten. Der Gottesdienst wurde live im polnischen Fernsehen übertragen.

Popieluszko gilt in Polen als Symbol des gemeinsamen Kampfes der demokratischen Opposition und der katholischen Kirche gegen die Unterdrückung unter der kommunistischen Herrschaft. Er hatte in Gottesdiensten die damalige Führung scharf kritisiert und die Freiheitsbewegung der Gewerkschaft Solidarnosc verteidigt.

1984 war der Geistliche im Alter von 37 Jahren von drei Beamten der Geheimpolizei SB verschleppt und so lange gefoltert worden, bis er am 19. Oktober starb. Anschliessend wurde seine Leiche 120 Kilometer nördlich von Warschau in die Weichsel geworfen. Einige Historiker mutmassen, dass Popieluszko erst am 25. Oktober 1984 nach tagelangen Verhören starb.

Die drei Geheimpolizisten waren von einem Fahrer des Geistlichen wiedererkannt und ein Jahr nach der Tat zu Haftstrafen zwischen 14 und 25 Jahren verurteilt worden. Die Auftraggeber des Mordes wurden jedoch nie bestraft.