Schweizer Flugzeugbauer

Pilatus-Auftrag für Saudi-Arabien in der Kritik

Eine Pilatus PC-21 kurz nach dem Start (Archiv)

Eine Pilatus PC-21 kurz nach dem Start (Archiv)

2012 verkaufte der Nidwaldner Flugzeugbauer Pilatus 55 Trainingsflugzeuge des Typs PC-21 an die Luftwaffe Saudi-Arabiens. Schon 2012 wurde die Lieferung von linker Seite stark kritisiert.

Nun wiederholt sich die Kritik. Der Grund: Pilatus hat im vergangenen Jahr laut «Tages-Anzeiger» einen fünfjährigen Supportauftrag für die gelieferten 55 Flugzeuge mit der saudischen Luftwaffe abgeschlossen. Laut Vertrag erbringt Pilatus Unterstützungsleistungen, dafür hat die Firma ihre Belegschaft in der Hauptstadt Riad ausgebaut. Der Vertrag werfe die Frage auf, ob Saudi-Arabien nur dank Schweizer Hilfe Einsätze im Konflikt mit Jemen fliegen könne, so der «Tages-Anzeiger». Auf Anfrage dieser Zeitung wollte sich Pilatus weder über die Anzahl der Mitarbeitenden in Saudi-Arabien noch über den Umfang oder Inhalt der Zusammenarbeit äussern.

Mit Saudi-Arabien hat sich gestern der Bundesrat befasst. Er habe den Tod des Journalisten Jamal Khashoggi mit grosser Betroffenheit zur Kenntnis genommen, sagte Vizekanzler Jörg De Bernardi. Die Landesregierung erwarte, dass die Schuldigen zur Verantwortung gezogen würden. Ob Bundesrat Ueli Maurer wie geplant nach Saudi-Arabien reist, hat der Bundesrat noch nicht entschieden. Er habe beschlossen, dies unter Berücksichtigung der Entwicklung nochmals zu prüfen, so De Bernardi. Zu möglichen Sanktionen stellte er fest, dass die Schweiz Sanktionen des UNO-Sicherheitsrates mittragen würde. Beschliesse die EU Sanktionen, werde die Schweiz prüfen, ob sie diese nachvollziehe. (rom/sda)

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