Diplomatie

Paukenschlag in Bern: Cassis befördert seine Staatssekretärin Baeriswyl nach New York

Pascale Baeriswyl wechselt von Bern nach New York: Die heutige Staatssekretärin im Aussendepartement wird Chefin der Ständigen Mission der Schweiz bei der UNO. (Archivbild)

Pascale Baeriswyl wechselt von Bern nach New York: Die heutige Staatssekretärin im Aussendepartement wird Chefin der Ständigen Mission der Schweiz bei der UNO. (Archivbild)

Pascale Baeriswyl wird Chefin der Ständigen Mission der Schweiz bei der UNO in New York. Der Bundesrat hat die heutige Staatssekretärin im Aussendepartement am Mittwoch dazu ernannt.

Die 51-Jährige Spitzendiplomatin tritt den neuen Posten im Frühjahr 2020 an. Sie folgt auf Jürg Lauber, welcher der UNO-Mission seit 2015 vorsteht. Der Bundesrat habe Pascale Baeriswyl wegen ihrer langjährigen beruflichen Erfahrung, ihrer Kenntnis der multilateralen Diplomatie und ihrer internationalen Vernetzung für diesen Posten bestimmt, schreibt das Aussendepartement (EDA).

Ob und mit wem ihre heutige Stelle besetzt wird, lässt die Mitteilung offen. Der Bundesrat hatte Baeriswyl im Herbst 2016 zur Staatssekretärin und Politischen Direktorin ernannt, auf Antrag des damaligen Aussenministers Didier Burkhalter. In dieser Funktion war sie die erste Ansprechperson des Bundesrates in aussenpolitischen Belangen.

Einfluss gewonnen und wieder verloren

Im Frühjahr 2017, als Staatssekretär Jacques de Watteville in Pension ging, übertrug der Bundesrat ihr auch die Koordination der Verhandlungen mit der EU. Nur ein halbes Jahr später - im Herbst 2017 - kam es jedoch zu einem Wechsel an der Spitze des Aussendepartementes: Ignazio Cassis folgte auf Didier Burkhalter.

Kurz darauf - im Januar 2018 - verlor Baeriswyl einen Teil ihres Einflusses: Der Bundesrat ernannte Roberto Balzaretti zum Leiter der Verhandlungen mit der EU und verlieh ihm ebenfalls den Titel eines Staatssekretärs. Baeriswyl bleibe "für den Rest der Welt" verantwortlich, sagte Cassis damals. Aufgrund der bestehenden Herausforderungen in der Europapolitik erachte der Bundesrat eine Anpassung der Organisation im EDA als unumgänglich.

Kandidatur für Sicherheitsrat

Nun verlässt Baeriswyl Bern und übernimmt in New York eine wichtige Aufgabe. Zu ihren Themen gehört künftig der mögliche, politisch umstrittene Einsitz der Schweiz im UNO-Sicherheitsrat in den Jahren 2023/2024. Das EDA nennt daneben den Einsitz im Wirtschafts- und Sozialrat sowie das Engagement für die Reformen der UNO und die Förderung der Menschenrechte.

Die Mission in New York ist Baeriswyl nicht unbekannt: Von 2008 bis 2013 hat sie dort als Botschaftsrätin das politische Team geleitet - mit einem Schwerpunkt zum UNO-Sicherheitsrat, wie das EDA schreibt.

Von Hanoi bis Brüssel

Pascale Baeriswyl war 1968 in Bern geboren worden. Sie studierte in Basel, Genf und Paris und schloss mit einem Lizentiat der Rechte und einem Lizentiat in Philologie ab. In den diplomatischen Dienst trat sie im Jahr 2000 ein. Zu ihren Stationen gehörten neben New York die Vertretungen in Hanoi (Vietnam) und Brüssel.

Im August 2013 kehrte Baeriswyl in die Zentrale nach Bern zurück, wo sie Vizedirektorin der Direktion für Völkerrecht wurde und für staats- und völkerrechtliche Fragen sowie für Potentatengelder zuständig war, bevor der Bundesrat sie 2016 zur Staatssekretärin ernannte - der ersten EDA-Staatssekretärin.

Engagement für Frieden

In dieser Funktion habe sie über 60 bilaterale Verhandlungen und politische Konsultationen geführt, schreibt das EDA - "mit allen wichtigen Ländern der Welt". Sie habe die Schweiz auch an zahlreichen Ministerkonferenzen vertreten, unter anderem bei der UNO, der OSZE, dem Verband Südostasiatischer Nationen ASEAN oder der Asien-Europa-Treffen ASEM.

Als Expertin für Frieden und Sicherheit habe sie Impulse gesetzt für vier neue Schutzmachtmandate und bei der Friedensarbeit in mehreren Kontexten wie Kolumbien, Mosambik, dem Mittleren Osten und Nepal. Ihre Aufgaben als Staatssekretärin wird sie laut dem EDA noch bis Ende 2019 weiterführen. Unter anderem steht die Ausarbeitung der aussenpolitischen Strategie 2020-2023 an.

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