Coronavirus

Nun zeigen sich auch im Mietwohnungsmarkt erste Spuren der Coronakrise

Immer begehrter – und es fehlen immer mehr: Mietwohnungen. (Symbolbild)

Immer begehrter – und es fehlen immer mehr: Mietwohnungen. (Symbolbild)

Zwar mussten Vermieter im letzten Jahr im Schnitt zwei Tage weniger lang auf einen neuen Mieter warten. In der Coronakrise ist die Nachfrage nach Mietwohnungen jedoch eingebrochen. Erst recht in Städten.

(sat) Alle sechs Monate veröffentlichen der Verband der Immobilienwirtschaft (Svit) und das Swiss Real Estate Institute der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) ihren Online-Wohnungsindex. Am Freitag ist jener für den April publiziert worden. Und dieser zeigt zwei gegensätzliche Tendenzen auf im Mietwohnungsmarkt. Einerseits hat demnach im vergangenen Berichtsjahr die «weiterhin steigende Nachfrage ein ebenfalls expandierendes Angebot an Mietwohnungen überkompensiert». Mit anderen Worten: Es werden immer mehr Mietwohnungen gesucht als verfügbar sind – auch wenn das Angebot steigt. Das zeigt sich laut einer Mitteilung des Svit auch daran, dass Vermieter laut dem neuesten Online-Wohnungsindex im Vergleich zur Vorjahresperiode im Schnitt 48 Stunden weniger lang auf einen neuen Mieter warten mussten. Nämlich noch 34 Tage.

Andererseits führte der schweizweite Lockdown Ende März zu einem markanten Rückgang des Volumens der Wohnungsinserate. Konkret sank das Insertionsvolumen von der ersten zur zweiten Märzhälfte um 31 Prozent. Die Dauer, wie lange ein Inserat im Netz bleibt, ist laut dem Online-Wohnungsindex in dieser Zeit jedoch nur um 5 Tage gesunken. Das bedeutet laut Mitteilung, dass im Lockdown auch die Nachfrage zurückgegangen ist. Besonders heftig fiel dieser Einbruch in zwölf untersuchten Städten aus. Während in Lugano die Wohnungsinserate um 75 Prozent zurückgingen, lag der Rückgang in Bern, Zürich und Winterthur bei 40 Prozent. Gleichzeitig sei der Rückgang der Insertionszeit in der Mehrheit der Städte weniger stark gewesen als national. Das heisst laut Svit und HWZ, dass die Nachfrage nach einer neuen Wohnung in der Coronakrise «noch stärker eingebrochen ist oder ganz zum Erliegen kam.»

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