Schweiz

Mehrheit der Bevölkerung befürwortet die Massnahmen des Bundesrats

Bundesrat Alain Berset verkündet am 28. Oktober weitere Schutzmassnahmen im Kampf gegen Corona.

Bundesrat Alain Berset verkündet am 28. Oktober weitere Schutzmassnahmen im Kampf gegen Corona.

Eine neue Umfrage von SRG zeigt, dass eine Mehrheit bei den Schutzmassnahmen sogar teilweise weitergehen würde als der Bundesrat.

(dpo) Ausgedehnte Maskenpflicht, Sperrstunde für Bars und Restaurants ab 23 Uhr und maximal 50 Personen an Veranstaltungen – diese und weitere Schutzmassnahmen hat der Bundesrat am vergangenen Donnerstag entschieden, um die Coronafallzahlen einzudämmen. Wie der am Freitag veröffentlichte fünfte Corona-Monitor von SRG nun zeigt, befürwortete eine Mehrheit der Befragten diese Massnahmen bereits vor dem aktuellen Bundesratsentscheid: Die Befragung der Forschungsstelle Sotomo erfolgte nämlich vom 23. bis 28. Oktober 2020

Laut der neuen Umfrage sprechen sich 64 Prozent für eine Maskenpflicht im Büro oder am Arbeitsplatz aus. Zudem findet es eine Mehrheit von 59 Prozent richtig, dass die Maskenpflicht im Freien überall dort gilt, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Haltung zur Maskenpflicht nach Kontext.

Haltung zur Maskenpflicht nach Kontext.

Dass die Maske mittlerweile als Selbstverständlichkeit erscheint, zeigt laut Umfrage auch, dass drei Viertel der Befragten die Maskenpflicht in Einkaufsläden unterstützt. In der Umfrage vom Juni waren noch 63 Prozent gegen eine solche Pflicht.

Geteilte Meinungen zum Kurz-Lockdown

Weiter sprachen sich im neusten Corona-Monitor zwei Drittel der Befragten für die Sperrstunde von Gaststätten ab 23 Uhr aus. Eine zusätzliche abgefragte Variante mit Sperrstunde bereits ab 22 Uhr habe dabei fast dieselbe Zustimmung gefunden.

Auch in einem weiteren Punkt ist die Bevölkerung gemäss Umfrage «tendenziell» zu schärferen Massnahmen bereit als der Bundesrat: 66 Prozent befürworten eine Beschränkung von öffentlichen Veranstaltungen auf maximal 10 Personen. Der Bundesrat hat diese Beschränkung nur für private Veranstaltungen verordnet.

Haltung zu Kurz-Lockdown nach Alter und Sprachregion.

Haltung zu Kurz-Lockdown nach Alter und Sprachregion.

Die Meinungen zu einem Kurz-Lockdown, wie ihn etwa Frankreich oder Deutschland beschlossen haben, sind dagegen geteilt. 49 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, 47 Prozent dagegen. Dabei unterstützen mehrheitlich ältere Befragte einen Kurz-Lockdown, während die 35- bis 44-Jährigen diesen ablehnen.

Bundesrat verliert an Rückhalt

Der Bundesrat geriet angesichts der jüngst steigenden Infektionszahlen von verschiedenen Seiten unter Kritik. Bei der Bevölkerung scheint diesbezüglich ein Meinungsumschwung stattgefunden zu haben. Lediglich 37 Prozent der Befragten gaben in der neuesten Umfrage an, sie hätten grosses oder sehr grosses Vertrauen in den Bundesrat in Bezug auf die Bewältigung der Corona-Krise. Zu Beginn der ausserordentlichen Lage im Frühling genoss der Bundesrat noch ein grosses Vertrauen bei den Umfrageteilnehmern.

Vertrauen in den Bundesrat auf einer Skala von 1 «sehr klein» bis 5 «sehr gross».

Vertrauen in den Bundesrat auf einer Skala von 1 «sehr klein» bis 5 «sehr gross».

In der Deutschschweiz sei das Vertrauen in die Landesregierung zunächst am grössten gewesen, dann ist es aber auch am stärksten zurückgegangen. In der sei dafür die Skepsis zuerst grösser als in den anderen Sprachregionen gewesen, im Verlauf der Pandemie hätten sich die Verhältnisse jedoch gedreht.

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