Berichterstattung

Mehrere Beschwerden gegen SRF-Berichterstattung zum Gaza-Konflikt

Palästinenser vor zerstörtem Minarett in Gaza-Stadt

Palästinenser vor zerstörtem Minarett in Gaza-Stadt

Zuschauer und Zuhörer bemängeln die Berichterstattung des SRF zum Gazakonflikt. Der Vorwurf: Die SRF-Journalisten würden eine pro-palästinensische Haltung einnehmen, heisst es in mehreren Beschwerden an die SRG-Ombudsstelle.

Gleich drei Formate werden laut „Schweiz am Sonntag“ kritisiert: «Tagesschau», «10 vor 10» sowie Beiträge des Radio SRF. Seit der erneuten Eskalation des Nahost-Konflikts Mitte Juli mehren sich die Beanstandungen. Besonders die Berichterstattung zum Beschuss einer UNO-Schule im Gazastreifen am 24. Juli sorgte für Unmut.

Die «Tagesschau» sprach – wie auch andere Medien – von einem Angriff Israels, obwohl zu diesem Zeitpunkt nicht abschliessend geklärt war, wer den Anschlag verübt hatte. Auch gegen «10 vor 10» und Radio SRF gingen diesbezüglich Beschwerden bei der Ombudsstelle ein. Zahlreiche weitere Beanstandungen erreichten die Redaktionen per E-Mail.

«Die heutigen Konflikte werden von einem wahren Informations-Krieg begleitet», sagt Ombudsmann Achille Casanova der „Schweiz am Sonntag“. Das erschwere die journalistische Arbeit.

Die Konfliktparteien lieferten ständig gegenteilige Informationen und umstrittene Indizien, die eher Propaganda glichen. Deshalb sei es selbst für Journalisten vor Ort oft schwierig, korrekt über die Kriegsereignisse zu berichten. Casanova kommt dennoch zum Schluss, dass die Berichterstattung am 24. Juli korrekt verlief, weil die Journalisten auf die Zweifel hingewiesen hätten.

Zwei Beanstandungen hat Casanova abgelehnt, auf zwei weitere geht er nicht ein, weil sie Generalkritik enthalten und keinen konkreten Beitrag betreffen. Eine weitere Beschwerde prüft er derzeit.

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