Dies berichtet der «Tagesanzeiger» heute Donnerstag. In einer kurzen persönlichen Mitteilung an die Medien habe die Tochter von alt Bundesrat Christoph Blocher mitgeteilt, dass die Familie Martullo-Blocher einen «ungeplanten zusätzlichen Betrag von 6,4 Millionen» an die Gemeinde überwiesen habe.

Den Grund für Martullos überraschendes Coming-Out kennt der «Tagesanzeiger»: Er liegt in der denkwürdigen Budget-Gemeindeversammlung, die am 5. Dezember 2016 in der Kirche von Meilen abgehalten wurde. Der Gemeinderat wollte damals den Steuerfuss um fünf Prozent auf 84 Prozent erhöhen, um ein Loch von fünf Millionen Franken im Budget zu stopfen. 

Selbst die SVP war mit einer Erhöhung um drei Prozent einverstanden, als sich plötzlich Blocher-Schwiegersohn Roberto Martullo zu Wort meldetete und ankündigte, dass seine Familie 6,4 Millionen Franken Steuern nachzahlen werde. Mit diesem Überraschungsangriff überlistete er die Gemeinde in Sekundenschnelle, wie der «Tagesanzeiger» weiter schreibt. Die Steuererhöhung war vom Tisch.

Trugschluss für die Gemeinde

Roberto Martullos angekündigte Millionen-Nachzahlung sorgte nicht nur für Schlagzeilen, sondern vor allem für Zweifel. Denn laut dem «Tagesanzeiger» sei es ein Trugschluss, wenn Martullos die Meilemer Stimmbürger glauben lassen, die 6,4 Millionen würden in der Gemeindekasse bleiben, und das budgetierte 5-Millionen-Loch sei damit gestopft.

Der grösste Teil von Martullos Millionen würde nämlich in den kantonalen Finanzausgleich fliessen, nur 730'000 Franken würden in der Gemeinde bleiben. Roberto Martullo habe den Teilnehmern der Gemeindeversamlung damals vorgerechnet, die 6,4 Millionen Franken würden die Summe, welche die geplante Steuererhöhung gebracht hätte, locker wettmachen. (luk)