Bundesratswahlen

Leuthard-Nachfolge: «Es muss eine Frau aufs Ticket» – Ruth Humbel hält sich bedeckt

CVP-Nationalrätin erhält sogar Lob von rechts für ihre Arbeit in der Gesundheitspolitik.

CVP-Nationalrätin erhält sogar Lob von rechts für ihre Arbeit in der Gesundheitspolitik.

Könnte der Aargau mit Ruth Humbel den Sitz von Doris Leuthard verteidigen? Humbel hält sich bedeckt. Die Einschätzungen sind unterschiedlich.

Bundespräsidentin Doris Leuthard will spätestens Ende Legislatur zurücktreten. Jetzt wird spekuliert, ob dies nächsten Sommer geschehen könnte. Das wäre für SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner gut nachvollziehbar. Die FDP profitierte vor der gestrigen Wahl von viel Medienpräsenz.

Giezendanner: «Ich traue Doris Leuthard zu, dass sie mit einem Rücktritt vor den eidgenössischen Wahlen der CVP zu Schlagzeilen verhelfen will, um so deren Ausgangslage zu verbessern.» Sieht er eine Chance, dass der Aargau auch danach eine Bundesrätin stellen könnte – mit Nationalrätin Ruth Humbel?

Die CVPlerin sei eine hochkompetente Gesundheitspolitikerin, sagt Giezendanner: «Ich schätze sie sehr und frage sie bei Gesundheitsthemen selbst oft um Rat. Sie gilt aber vielen im Parlament wie ich selbst auch immer noch als Lobbyistin. Ich glaube nicht, dass sie genug Rückhalt hätte.» Deswegen erwartet Giezendanner, «dass der Aargau nach Doris Leuthard bis auf Weiteres keinen eigenen Bundesrat mehr haben wird, zumal andere bereitstehen, wie zum Beispiel Parteipräsident Gerhard Pfister».

Die Aargauer CVP-Präsidentin Marianne Binder hat sich jüngst zur Nachfolgefrage schon geäussert. Nochmals eine Bundesrätin zu haben, wäre sicher mehr als wünschenswert für den Aargau, sagt sie: «Und dass die CVP-Bundeshausfraktion ihre verdienten und hochkompetenten Frauen auch ins Rennen schickt, scheint mir klar. Man muss aber realistisch sein: Das regionalpolitische Argument ist in der Schweiz zentral und schliesslich hat die CVP nur noch einen Sitz in der Landesregierung zu vergeben.» Nach der langjährigen aargauischen Vertretung würden die Ansprüche der anderen Kantone auf diesen Sitz innerhalb der Bundeshausfraktion verständlicherweise eine gewichtige Rolle spielen, sagt Binder, und: «Sich gegen diese durchzusetzen, ist kein Spaziergang. Wenn reelle Chancen bestehen, packen wir sie. Für diese Diskussionen ist aber noch Zeit. Bis zum Rücktritt von Doris Leuthard fliesst genügend Wasser die Limmat hinunter.»

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Ruth Humbel selbst hält sich bedeckt: «Wann genau Bundespräsidentin Doris Leuthard zurücktreten wird, wissen wir noch nicht», sagt sie. Es sei ihres Erachtens aber klar, dass dann auch eine Frau auf dem Ticket sein muss. Die Diskussion werde zu gegebener Zeit in der Fraktion geführt. Zu berücksichtigen sei, «dass dann allenfalls auch der Rücktritt von Johann Schneider-Ammann anstehen dürfte und ein zeitnaher Rücktritt oder eine Doppelvakanz sowohl bei der Frauenfrage als auch bei der regionalen Vertretung eine Rolle spielen wird».

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