Dietikon

Lärmbelastung: Es wird nicht nachgemessen

Die Dietiker SP-Gemeinderätin Rosmarie Joss zweifelt an den Lärmschutzmassnahmen zwischen Stadtzentrum und Bahnhof Glanzenberg. Eine Nachmessung gibts dennoch nicht.

Jürg Krebs

Die SBB haben entlang der Zürcherstrasse in Dietikon, zwischen der Überbauung Trio und dem Bahnhof Glanzenberg, vor einiger Zeit Lärmschutzwände erstellt, um die Situation für die Anwohner zu verbessern. SP-Gemeinderätin Rosmarie Joss glaubt nun aber nicht, dass die Massnahme viel genützt hat, und fragt den Dietiker Stadtrat an, ob es Messungen gibt, die eine Verbesserung der Situation in Bezug auf Bahn- und Strassenlärm tatsächlich nachweisen. Joss selbst findet, dass der Bahnlärm hinter der Mauer nicht abgenommen, der reflektierte Strassenlärm hingegen zugenommen habe.

Es gebe keine Lärmmessung, zudem verzichtet der Stadtrat zum heutigen Zeitpunkt darauf, eine durchführen zu lassen, erklärt er in seiner Antwort auf Joss’ Kleine Anfrage.

SBB haben nicht nachgemessen

Der Stadtrat bezieht sich auf die Erklärung der SBB. Diese teilten ihm mit, dass eine Lärmsanierung nicht im Einzelfall nachgemessen werde. Die SBB begnügen sich mit ihrem Eisenbahnlärmmodell, das auch für die Planung der Schutzmauern in Dietikon angewendet worden sei. Da es sich bei diesem um ein eher konservatives Modell handle, sei die Wirkung der Lärmschutzwände «tendenziell grösser als gemäss Berechnung».

Die Sanierungsmassnahmen gegen den Eisenbahnlärm in Dietikon seien unter Einbezug von Messungen durch die SBB unter Kosten-Nutzen-Überlegungen so geplant, dass die Anforderungen der eidgenössischen Lärmschutzverordnung und des Bundesgesetzes über die Lärmsanierung der Eisenbahnen erfüllt werden. Die netzweite Lärmsanierung wird mittels Monitoring an sechs charakteristischen Strandorten in der ganzen Schweiz überwacht.

Weiter teilt der Stadtrat mit, dass sich Joss verhört haben muss. Die Lava-Beton-Schallschutzwand wirke beidseits. Gegen die Limmat hin absorbiere sie den Bahnlärm, von der Zürcherstrasse her schlucke sie den Strassenlärm. Dafür sei die raue Oberfläche verantwortlich. Der zusätzliche Lärm, der reflektiert werde, liege deutlich unter einem Dezibel. Er kann vom menschlichen Gehör objektiv nicht wahrgenommen werden.

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