Bundespräsident Ueli Maurer hatte am Montag einen Interview-Termin in der SRF-Wirtschaftssendung Eco – verliess das Fernsehstudio allerdings vor der Aufzeichnung wieder. Das schreibt Moderator Reto Lipp auf Twitter.

Lipp wollte den Finanzminister zur AHV-Steuer-Reform befragen, über die die Stimmberechtigten am 19. Mai abstimmen. Maurer habe sich an der Formulierung "alter Wein in neuen Schläuchen" im Beitrag gestört, schreibt Lipp. Ausserdem passte Maurer nicht, dass Christoph Schaltegger, Professor für politische Ökonomie an der Universität Luzern, im Beitrag vorkommt. Das sei der falsche Kritiker der Vorlage.

"Die Voraussetzungen haben den Abmachungen nicht entsprochen", sagte Roland Meier, Sprecher des Finanzdepartements, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Darum habe der Bundespräsident auf das Interview verzichtet. Als Ersatz-Gesprächspartner tritt Swissmem-Vizepräsident Philipp Mosimann in der Sendung auf (22.25 Uhr, SRF 1).

Es ist nicht das erste Mal, dass Maurer sich den Medien verweigert: Im Dezember 2015, nach der Bundesratswahl, liess er den Reporter Gion Duri Vincenz vom Schweizer Fernsehen SRF abblitzen, als dieser ihm spontan ein paar Fragen stellen wollte. "Nei, kä Luscht" war die kurze Antwort des Zürcher Oberländers.

«Kä Luscht» – Ueli Maurer lässt Journalist auflaufen:

«Kä Luscht»: Der legendäre Bundesratswahlen-Moment mit Ueli Maurer

Dezember 2015

Die AHV-Steuer-Reform ist eine Neuauflage der 2017 gescheiterten Unternehmenssteuerreform III. Diese war nicht zuletzt wegen des fehlenden sozialen Ausgleichs bekämpft worden. Nun ist eine Zusatzfinanzierung für die AHV von 2 Milliarden Franken pro Jahr vorgesehen. Auf diesen Betrag werden die jährlichen Steuerausfälle durch die Unternehmenssteuerreform geschätzt.

(mwa/sda)