Kurt Waldmeier lag zuhause im Liegestuhl, als er vom Unglück der Ju-52 erfahren hat, wie er im TalkTäglich erzählt. «Von der Kantonspolizei Graubünden habe ich erste Informationen erhalten.»

Danach sei er mit seiner Partnerin sofort nach Dübendorf. «Wir haben zu organisieren begonnen, nach dem Vorgaben-Couvert, das man für solche Notfälle hat. Man hofft immer, dass man das nicht braucht.» Seit diesem Moment habe er keine Ruhe mehr gehabt.  

Die Ereignisse beschäftigen ihn sichtlich: «Das Schwerste war, dass Menschen, die die Ju-52 liebten, jetzt in ihr gestorben sind.» Waldmeier lobt das Care-Team, dass sich um ihn und die Angehörigen gekümmert habe. «Da konnten wir zum ersten Mal wieder etwas Boden fassen.»

Die Ju-52-Flieger aus Dübendorf am Boden und in der Luft

Die Ju-52-Flieger aus Dübendorf am Boden und in der Luft

Das Video zeigt die Ju-Flieger aus Dübendorf in einem Ju-Air-Film aus dem Jahr 2009 zum 70. Geburtstag der drei Flugzeuge mit Baujahr 1939.

Nebest Waldmeier gibt auch Hansjörg Bürgi Auskunft, er ist Aviatik-Experte und Chefredaktor und Verleger von SkyNews. Als er vom Absturz erfahren habe, habe er zuerst gesagt: «So etwas gibt es nicht. Eine Ju-52 stürzt nicht ab.»

Er ist sich sicher: «Das ist eine der sichersten Flieger, der je gebaut wurde. Heute wird möglichst leicht gebaut, damals möglichst sicher, schwer und stark.» Durch die gute Bauweise sei sie trotz des hohen Alters noch absolut sicher.

«Die Hand ins Feuer legen»

Auch Waldmeier ist überzeugt: «Die Ju-52 ist so robust und wird aufwändig gewartet. Das Flugzeug ist ganz sicher, da kann ich die Hand ins Feuer legen.» Allerdings müsse man Vorausdenken: «Man kann nicht wie bei einem Jet Gas geben und dann gehts hinauf.»

Die Maschine wurde sehr aufwändig gewartet, erklärt er. Ende Juli war die abgestürzte Ju zuletzt in der Kontrolle, es war der dritte Flug nach dieser Überprüfung.

Sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit Kurt Waldmeier und Hansjörg Bürgi in voller Länge:

Absturz der Ju-52
Bergungsarbeiten am Piz Segnas

Bergungsarbeiten am Piz Segnas am Montag

Zwei Tage nach dem Absturz der Ju-52 laufen die Bergungsarbeiten an der Westflanke des Piz Segnas weiter. Beim Unglück sind 20 Menschen ums Leben gekommen.