Schweiz

Jedes 8. Bienenvolk hat den Winter nicht überlebt – jetzt will das Parlament handeln

Ein verhungertes Bienenvolk. Es überlebte den Winter nicht.

Ein verhungertes Bienenvolk. Es überlebte den Winter nicht.

Wie eine Umfrage bei Schweizer Imkern zeigt, ging das Bienensterben im Winter weiter. Die kleine Kammer unterstützt Massnahmen zum Insektensterben einstimmig.

(sku) Die Äpfel im Thurgau, die Kirschen im Basel-Land und die Aprikosen im Wallis – sie alle sind vom Insektensterben bedroht. Auch die Blumenpracht in den Alpen, die Amphibien, Fische und Vögel und letztlich die Menschen sind dadurch gefährdet. Der Aargauer alt-BDP-Nationalrat und Imker Bernhard Guhl fordert deshalb vom Bundesrat, rasch Massnahmen gegen das Bienen- und Insektensterben zu ergreifen. Der Nationalrat hat die Motion stillschweigend angenommen. Nun hat am Mittwoch auch der Ständerat seine Zustimmung gegeben.

Vom Bundesrat erhält das Anliegen ebenfalls Unterstützung: Trotz der bereits ergriffenen Massnahmen habe das Insektensterben bisher nicht aufgehalten werden können, schreibt er in seiner Stellungnahme. Nun sollen also sämtliche Empfehlungen des Nationalen Massnahmenplans zur Gesundheit der Bienen landesweit konsequent umgesetzt werden. Dabei soll der Bund eng mit den Kantonen zusammenarbeiten und zur Finanzierung beitragen. Weiter soll der Bundesrat den Insektenschutz in sämtliche Sektoren integrieren, ob Agrarpolitik, Raumplanung, Bildungspolitik oder Wirtschaftspolitik.

Rekordtiefe Honigernte im vergangenen Jahr

Die Ursachen für das massive Insektensterben sind grundsätzlich bekannt. Laut dem Bundesrat stehen die zersiedelte Landschaft, die intensive Landwirtschaft, die mangelhafte Qualität der Insektenhabitate und wachsende Lichtemissionen im Zentrum. Eine Umfrage des Dachverbands der Schweizerischen Bienenzüchtervereine Apisuisse zeigt nun auch, dass 13,2 Prozent der Bienenvölker den Winter nicht überlebt haben. Das heisst, jedes 8. Bienenvolk konnte nicht erhalten werden.

Ein Indiz dafür sei die rekordtiefe Honigernte im vergangenen Jahr. Schuld dafür sei im Mittelland ein sehr kühles und nasses Frühjahr und anschliessend ein trockener und heisser Sommer gewesen. In der Höhe setzte der Bergfrühling erst spät ein und brachte somit laut der Umfrage eine durchschnittliche Honigernte ein. Somit erging es den Bienenvölkern in den Bergregionen laut Apisuisse leicht besser als denjenigen im Mittelland.

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