Coronavirus
In der Schweiz wurden bisher etwa 110'000 Impfungen verabreicht

Die Coronafallzahlen nehmen derzeit zwar leicht ab, doch die britische Virusmutation beunruhigt die Experten des Bundes weiter. Bisher sind laut BAG in den Kantonen 110'000 Impfungen durchgeführt worden.

Dario Pollice
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Vor knapp zwei Wochen erfolgte in der Schweiz der offizielle Impfstart gegen das Coronavirus. Seither konnten bis und mit Montag 110'000 Dosen verabreicht werden: Das sagte Nora Kronig, Vize-Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien in Bern. Allerdings handle es sich dabei um eine erste Schätzung. «Wir sind daran, die Zahlen mit den Kantonen detaillierter anzuschauen», so Kronig.

Der Impfstart erfolgte in den Kantonen indes unterschiedlich schnell und zuweilen etwas holprig. So waren die Impftermine in Zürich zwar rasch ausgebucht und das Anmeldesystem zu Beginn überlastet. Rudolf Hauri, der Präsident der Kantonsärzte, nahm die Kantone am Dienstag jedoch in Schutz: «Ein Wettbewerb ist nicht angesagt. Man muss den einzelnen Kantonen Zeit geben, damit sie ihre Strategie umsetzen können.»

Pfizer gibt Zusicherung für bestellte Impfstoffdosen

Nora Kronig vom BAG sprach auch den Lieferengpass von Pfizer an. Am Wochenende habe der Pharmakonzern mitgeteilt, er könne die bereits zugesagte Menge an Corona-Impfstoff kurzfristig nicht liefern. Gemäss Kronig hat Pfizer folglich am Montag etwa halb so viele Impfstoffdosen geliefert, wie ursprünglich vereinbart waren. Laut der Vize-Direktorin des BAG wird die Lieferung nicht unterbrochen, es handelt sich lediglich um eine Verlangsamung. Davon betroffen seien auch andere Länder.

«Wir haben Zusicherungen, dass wir die Mengen bekommen, die vorgesehen sind», sagte Nora Kronig weiter. Deshalb bleibe das Volumen der Impfstoffdosen gemäss der Planung des Bundes nach wie vor gleich hoch. Aufgrund eines Umbaus zur Kapazitätssteigerung muss Pfizer vorübergehend die Produktion drosseln.

Vor einer Woche rechnete Patrick Mathys, der Leiter der Sektion Krisenbewältigung im BAG, noch mit weiteren Nachmeldungen zu neuen Coronafällen. Dies weil um Neujahr und über die Festtage generell weniger getestet worden war. Nun bilanzierte Kantonsarzt Rudolf Hauri am Dienstag vor den Medien: «Die Festtage haben offensichtlich dank Einhaltung der Massnahmen nicht zum befürchteten Anstieg der Fallzahlen geführt.»

Lehren aus vergangenen Oktober ziehen

Doch der leichte Rückgang der Fallzahlen dürfe jetzt «auf keinen Fall» erneut auf das Spiel gesetzt werden, so der Zuger Kantonsarzt: «Es gilt aus dem Oktober zu lernen, als sich viele irrtümlich in Sicherheit wähnten», sagte Rudolf Hauri.

So zeigte sich auch der Kantonsärzte-Präsident besorgt über die neue, ansteckendere Virusmutation aus Grossbritannien. Ohne Gegenmassnahmen sei mit einem schnellen Anstieg der Mutationsfälle zu rechnen. Das sei bereits heute der Fall: «Es mussten schnellere und grössere Quarantänen angeordnet werden», sagte Rudolf Hauri. Wie hoch der Anteil der Mutationen an den aktuellen Fallzahlen sei, konnten aber weder der Kantonsarzt noch die Mitarbeitenden des BAG am Dienstag exakt sagen. Die positiven Proben würden laufend untersucht.