Attentat mit 12 Toten

Hunderte trauern nach Angriff auf «Charlie Hebdo»

Hunderte Menschen haben sich am frühen Mittwochabend an verschiedenen Orten spontan zu Trauer- und Solidaritätsbekundungen für die Opfer des Terrorangriffs auf die französische Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo» versammelt.

Tausende sind am Abend in Frankreich, aber auch in anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz auf die Strasse gegangen.

«On s'appelle Charlie»: Solidaritätskundgebung in Paris

«On s'appelle Charlie»: Solidaritätskundgebung in Paris

In Bern fanden sich auf dem Bundesplatz rund 200 Personen ein, darunter zahlreiche Medienschaffende. Die Menschen zogen schweigend auf einer kurzen Route durch die Innenstadt und zurück zum Ausgangspunkt.

Manche im Kundgebungszug trugen Kerzen mit sich, andere Blumen oder auch nur einen Kugelschreiber. Viele hatten kleine Plakate mit der Aufschrift "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie) bei sich.

Solidarität auch in der Westschweiz

In Genf versammelten sich in Gedenken an die Opfer des Attentats rund 500 Personen. Sie legten bei der Trauerkundgebung vor dem Universitätsgebäude zahlreiche Kerzen nieder.

Auch in der Schweiz versammelten sich hunderte Menschen am frühen Mittwochabend spontan zu Trauer- und Solidaritätsbekundungen für die Opfer des Terrorangriffs.

Auch in der Schweiz versammelten sich hunderte Menschen am frühen Mittwochabend spontan zu Trauer- und Solidaritätsbekundungen für die Opfer des Terrorangriffs.

In Lausanne gedachten auf der Place de la Riponne ebenfalls rund 500 Personen, darunter zahlreiche Journalisten, der Opfer. Die Waadtländer Kantonsregierung war durch Pierre-Yves Maillard (SP), Nuria Goritte (SP) und Béatrice Métraux (Grüne) vertreten. Die in Frankreich geborene Staatsrätin Métraux zeigte sich schockiert über die Ereignisse: "Ich bin aufgewachsen mit 'Charlie Hebdo' und der 'Canard Enchaîné'", sagte sie der Nachrichtenagentur sda.

"Wir sind gekommen, um unsere Solidarität mit den Opfern auszudrücken und die freie Meinungsäusserung verteidigen", fügte ihre Amtskollegin Nuria Goritte an. Schilder mit "Je suis Charlie" waren auch an den Kundgebungen in der Romandie überall zu sehen.

Meinungs- und Pressefreiheit verteidigen

Zu den Kundgebung aufgerufen hatten am Mittwochnachmittag verschiedene Journalisten- und andere Organisationen. Die Aufrufe wurden vorab im Internet und über Kanäle sozialer Medien verbreitet.

Die Mediengewerkschaft Syndicom, die Journalistenorganisation Impressum und das Syndikat Schweizer Medienschaffender schalteten am Mittwochnachmittag auf ihren Internetseiten ein schwarzes Emblem mit der Aufschrift "Je suis Charlie" auf.

Die Verbände zeigten sich bestürzt über den Anschlag in Paris. "Wie zahlreiche Angriffe davor wird auch diese Tragödie nicht verhindern können, dass sich in Zukunft Journalistinnen und Journalisten für eine offene und kritische Berichterstattung einsetzen werden", teilte das Syndikat Schweizer Medienschaffender mit.

Die Meinungs- und die Pressefreiheit müssten verteidigt werden, denn sie seien das Fundament einer freien Gesellschaft, in der jeder das Recht habe, sich zu äussern, teilte die Syndicom mit.

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