Krankheit

Heute ist Welt-Lepra-Tag – und kaum einen interessiert es

Von der Welt vergessen: Lepra-Kranke in Indien.

Von der Welt vergessen: Lepra-Kranke in Indien.

Noch immer leiden weltweit  rund 250'000 Menschen an Lepra. Die Schweizer Hilfsorganisationen tun ihr Möglichstes. Doch das Interesse an der Krankheit ist gering.

Bei der Schweizer Stiftung Fairmed findet der Welt-Lepra-Tag, der 26. Januar, nicht mehr statt. Jahrelang habe man versucht, das Datum zu nutzen, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, sagt Leiter René Stäheli: «Ohne Erfolg», wie er einräumt. Die Krankheit, vielen nur noch aus Bibelgeschichten oder Mittelalterfilmen bekannt, ist in der Schweiz vergessen gegangen. Der letzte Fall liegt fast hundert Jahre zurück. Vor allem aber sind die Opfer der heimtückischen Seuche, die Nerven abtötet und Gliedmassen absterben lässt, arm.

«Lepra ist eine Armenkrankheit», sagt Stäheli. Entsprechend gering sei das Interesse der Forschung, in neue Medikamente zu investieren. Auch von Seiten des Staates gebe es kaum Forschungsgelder. Dabei sei die seit 1984 eingesetzte dreifache Medikamentenkombination zwar wirksam, wegen ihrer krassen Nebenwirkungen aber auch gefürchtet. Zu ihnen gehören unter anderem Nervenschäden.

Betroffen ist vor allem Indien. 60 Prozent der Fälle stammen aus dem Staat, in dem trotz aufstrebender Wirtschaft ganze Bevölkerungsgruppen in nackter Armut leben. Probleme macht Lepra auch in Brasilien, Madagaskar und Malaysia.

In der Schweiz widmen sich zwei Organisationen dem Kampf gegen Lepra: Fairmed und die Lepra-Mission Schweiz, ein christliches Hilfswerk.

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