WEF 2020

Forscher fordern von der Politik mehr Engagement fürs Klima

Das diesjährige WEF findet vom 21. bis am 24. Januar statt.

Das diesjährige WEF findet vom 21. bis am 24. Januar statt.

Eine Gruppe von Forschern ist unzufrieden mit den bisherigen Massnahmen für den Klimaschutz. In Davos haben sie eine Kampagne lanciert, um den Druck auf die Politik zu erhöhen. Greta Thunberg blieb der Präsentation entgegen früherer Ankündigungen fern.

Unter dem Motto "Unite behind science" hat eine Gruppe von Umweltschützern und Wissenschaftlern am Montag in Davos eine neue Kampagne für griffigere Massnahmen gegen den Klimawandel lanciert. Mit Ihrer Kampagne wollen die Forscher um die Wissenschaftsplattform Arctic Base Camp "die Stimmen hervorheben, die nicht ausreichend gehört werden".

In einem Communiqué forderten sie, dass künftig sämtliche politischen oder wirtschaftlichen Entscheidungen immer auch unter dem Aspekt der Klimaerwärmung getroffen werden müssten. Das Ziel, die globale Erwärmung bis ins Jahr 2100 auf insgesamt 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müsse im Auge behalten werden.

Ausserdem brauche es dringend ein Ende aller Subventionen für nicht-erneuerbare Energien. Kohle dürfe für die Energieerzeugung in reichen Ländern noch maximal bis ins Jahr 2030, in armen Ländern bis 2040 verwendet werden, lautete eine der Forderungen.

Bis 2030 müssten ausserdem Verbrennungsmotoren verboten und die Hälfte aller Landflächen der Welt unter Schutz gestellt werden. Schliesslich hiess es auch, dass Staaten künftig die Verschmutzung der Umwelt statt die Einkommen ihrer Bürger besteuern könnten.

Fakten reichen nicht

Leider hätten Forscher in der Vergangenheit lange geglaubt, dass sich Politik und Wirtschaft allein von der Faktenlage und den Forschungsergebnissen zu Klimaschutzmassnahmen bewegen liessen. Aber am Ende des wärmsten Jahrzehnts der Geschichte sei klar, dass dem nicht so sei. Das würden aktuell auch die Buschfeuer in Australien unter Beweis stellen.

Die Öffentlichkeit müsse nun den Druck auf die Führungskräfte erhöhen, damit diese für das Klima aktiv würden. Man könne unzureichende Massnahmen nicht länger akzeptieren.

Thunberg nicht dabei

Ursprünglich hätte die Pressekonferenz zum Start der Kampagne im Beisein der der 17-Jährigen Umweltaktivistin Greta Thunberg stattfinden sollen. Aufgrund einer "Terminkollision" sagte die Schwedin ihre Teilnahme am Anlass jedoch kurzfristig ab. Genaueres war zunächst nicht in Erfahrung zu bringen.

Ebenfalls nicht teilgenommen hat Thunberg an der Klimawanderung, die seit Sonntag von Landquart nach Davos führt. Am Dienstag wollen die Klimaaktivistinnen und -aktivisten in Davos eintreffen. Am Sonntag nahmen mehr als 1'000 Teilnehmende an dem Protestmarsch teil. Am Montag sank deren Zahl für die zweite Etappe allerdings auf 350, wie die Organisatoren mitteilten.

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