Kampfjet-Unfall
F/A-18-Absturz: Fragwürdige Tweets von Grünen, Abzockern und Giacobbo

Kaum war der F/A-Kampfjet am Lopper gestern zerschellt, da machten erste Tweets die Runde. Darunter auch äusserst geschmacklose. Selbst der Satiriker der Nation, Viktor Giacobbo, twitterte munter mit.

Rüdi Steiner
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Am 23. Oktober stürzte bei Alpnach eine F/A-18 der Schweizer Luftwaffe ab. Der Pilot und ein Passagier wurden getötet.
15 Bilder
In Alpnach sind die Rettungskräfte im Einsatz
In Alpnach sind die Rettungskräfte im Einsatz
Löscharbeiten vor Ort
Die Rega am Absturzort
Auf dem Vierwaldstättersee wurde ein Ölsperre errichtet
Auf dem Vierwaldstättersee wurde ein Ölsperre errichtet
Ein Armeehelikopter in der Luft
Rauch am Absturzort
Die F/A-18 an der Flugshow auf der Axalp (Archiv)
1998 stürzte eine F/A-18 bei Crans Montana ab (Archiv)
Die F/A-18 im Einsatz (Archiv)
Die F/A-18 im Einsatz (Archiv)
Die F/A-18 im Einsatz
Die F/A-18 im Einsatz

Am 23. Oktober stürzte bei Alpnach eine F/A-18 der Schweizer Luftwaffe ab. Der Pilot und ein Passagier wurden getötet.

Keystone

Den Auftakt machte Claudio Kuster, Mitstreiter bei Thomas Minders Abzocker-Initiative. «Der Absturz eines F/A-18-Flugzeugs wird auf technische Mängel zurückgeführt. Die Herstellerin Boeing empfiehlt, Flotte sofort zu ersetzen», zwitscherte er wenige Minuten, nachdem der Absturz bekannt wurde.

Er war nicht allein mit abfälligen Kommentaren. Die Jungen Grünen des Kantons Luzern schrieben: «Unsere Kampfflotte erreicht langsam eine vernünftige Grösse.»
Alles nur ein Witz oder einfach geschmacklos? Nein. «Cool down», antwortet Kuster auf Kritik. «Genauso wie Ueli politisiert, so darf ich dies auch».

Machte den Auftakt: Minder-Mitstreiter Claudio Kuster
7 Bilder
Auch die jungen Grünen Luzern hauten drauf
Junge Grüne sagen Sorry
Viktor Giacobbo fand die Kritik nicht zutreffend
Auch ein Nutzer namens Ali mischte mit

Machte den Auftakt: Minder-Mitstreiter Claudio Kuster

Twitter

Dass dabei auch zwei Tote gab, will Kuster da noch nicht gewusst haben. Und bekommt Support vom Satiriker der Nation, Victor Giacobbo. «Gut, dass es auch bei Twitter immer präsente Geschmackswächter gibt!», kritisiert er die Kuster-Kritiker.

Heute, einen Tag nach dem tragischen Flugunfall, geben sich die forschen Twitterer kleinlaut. Die Jungen Grünen haben den Tweet bereits am Donnerstag wieder gelöscht, «weil er falsch verstanden wurde» und twitterten auch ein grosses Sorry. «Wir haben zu wenig nachgedacht, bevor wir das absetzten», sagt der Parteisprecher Gian Waldvogel.

Und Kuster? Auch dem ist es nicht mehr wohl. «Ich bitte Sie zu beachten, dass zum Zeitpunkt der ersten Meldungen erwähnt wurde, (...) von Opfern sei nichts bekannt», schreibt er in einer ersten Stellungnahme. «Ich ging also davon aus, dass nur Blechschaden zu verzeichnen war. Wäre zu diesem Zeitpunkt schon von etwaigen Opfern die Rede gewesen, hätte ich dazu keine ironischen Tweets verfasst.»