Der frühe Wintereinbruch macht sich bemerkbar. In vielen Gemeinden geht das Streusalz aus. Nur noch die wichtigsten Strassen sowie Kreuzungen werden gesalzen. Nebenstrassen bleiben weiss. Denn die Werkhöfe bekommen nur noch beschränkt Nachschub. Die Rheinsalinen in Rheinfelden kommen mit der Produktion nicht mehr nach. Täglich werden zwar 1000 bis 1500 Tonnen Streusalz produziert, auch die Lagerbestände werden verteilt. Doch das reicht nicht aus, um die grosse Nachfrage zu decken.

«Wir kontingentieren bereits seit Anfang Dezember», sagt Jürg Lieberherr, Direktor der Schweizer Rheinsalinen. Zumindest die Grundversorgung sollte dadurch gewährleistet bleiben. «Dies in der Annahme, dass die Anlage durchhält. Wir fahren mit der Technik am Limit», betont Lieberherr.

Grund für die Knappheit des Streusalzes ist aber nicht nur der kalte Dezember. Bereits die letzten zwei Winter waren kälter als üblich, sodass keine Salzreserven mehr vorhanden waren. «Wir haben den ganzen Sommer durch Streusalz produziert, dieses haben wir aber gleich an die Werkhöfe ausgeliefert», sagt Lieberherr. Erst im Herbst konnte Streusalz im Lager angehäuft werden, mit dem Ergebnis, dass zu Beginn des Winters 30000 Tonnen weniger Streusalz an Lager waren als sonst üblich. Dies rächt sich jetzt. Denn auch aus dem Ausland kann fast kein Streusalz gekauft werden, dort ist es ebenfalls knapp.

Für Autobahnen noch genug Salz

Nicht nur in Gemeinden, auch bei den nationalen Werkhöfen ist Salz derzeit ein gefragtes Gut. «Nationalstrassen werden zwar privilegiert behandelt», sagt Michael Müller, Mediensprecher des Bundesamtes für Strassen (Astra). Deswegen werden sie derzeit noch zuverlässig geräumt. Trotzdem könnte der Mangel an Streusalz auch auf Autobahnen prekär werden. «In einigen Werkhöfen könnte es je nach Witterungsverlauf ab Mitte Januar kritisch werden.» Dies sei aber von Ort zu Ort unterschiedlich. Falls auch für die Autobahnen kein Streusalz mehr zur Verfügung steht, drohen Einschränkungen. «Wenn die Sicherheit nicht mehr gewährleistet wird, gibt es Temporeduktionen», sagt Müller.

Fehlende Alternativen

Alternativen zum Salz gibt es derzeit keine brauchbaren. Zwar wird Zucker immer wieder als Streusalzersatz bezeichnet. Auch erste Versuche wurden unternommen. «Wir haben Tests durchgeführt, bei denen dem Salz 2 Prozent Zuckermelasse beigemischt wurden», bestätigt Müller. Das Salz blieb dabei aber die Hauptsache, sodass Zucker das Salz derzeit nicht ersetzen könnte.

Auch Splitt statt Salz ist keine echte Alternative. Die Steine fliegen bei hoher Geschwindigkeit herum und vermischen sich mit dem Dreck auf den Strassen. Im Gegensalz zum Salz muss der Splitt zudem Ende Winter wieder weggeräumt werden. «Auf Nationalstrassen ist Splitt deswegen keine Alternative», so Müller. In Gemeinden wird er teilweise noch verwendet. Doch auch dort kommt man davon weg. Zu schlecht sei die Ökobilanz der Steinchen.