F/A-18-Absturz
Erhielt der Pilot von der Flugsicherung eine falsche Höhenangabe?

Beim Absturz der F/A-18 im Sustengebiet soll es Hinweise geben, dass die Flugsicherung in Meiringen Fehler begangen hat. Der Pilot der Unglücksmaschine soll eine falsche Höhenangabe erhalten haben.

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Die Unfallstelle in felsigem Gebiet der abgestürzten F/A-18 auf dem Sustenpass.

Die Unfallstelle in felsigem Gebiet der abgestürzten F/A-18 auf dem Sustenpass.

KEYSTONE/Alexandra Wey

Nach dem FA/18-Absturz vom Montag berichtet «10vor10» laut SRF-Website heute Donnerstag, es gebe klare Hinweise, dass es zwischen der Flugüberwachung in Meiringen und dem Pilot zu Kommunikations-Problemen gekommen sei. Gut informierte Quellen sollen das gegenüber dem Nachrichtenmagazin bestätigt haben.

Konkret soll dem 27-jährigen Piloten der Schweizer Luftwaffe der FA/18 eine falsche Höhenangabe mitgeteilt worden sein. Zwar wurde der Fehler noch bemerkt, doch das tragische Unglück vier Minuten nach dem Start konnte nicht mehr abgewendet werden.

«Die Luftüberwachung ist Gegenstand der laufenden Untersuchung, wie immer», sagt Tobias Kühne, Sprecher der Militärjustiz, in der Sendung «10vor10». «Jetzt aber ermitteln wir die ganze Breite. Das Bild ist noch nicht vollständig.»

Bild von der Absturzstelle: Eine F/A-18 ist am Montag, 28. August, zerschellte im Gebiet des Sustenpasses am Berg.
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Absturz einer F/A-18
Der Berufsmilitärpilot wurde am Mittwochmorgen an der Absturzstelle "zweifelsfrei identifiziert", wie das Verteidigungsdepartement mitteilte.
Die Absturzstelle liegt auf über 3000 Metern über Meer in einem Bergkessel mit Schnee- und Gletscherflächen und steilen Felswänden.
Die Suche nach dem Piloten hatte sich schwierig gesaltet.
Gebirgsspezialisten der Armee sowie mehrere Helikopter der Luftwaffe, der Kantonspolizei Zürich sowie der Rega standen im Einsatz.
Die Bergung des Flugzeugs dürfte mehrere Monate dauern.
Der Absturz ist bereits der vierte schwere Zwischenfall mit einem F/A-18-Kampfjet der Schweizer Armee.
Bergspezialisten bergen den umgekommenen Kampfjet-Piloten am Mittwoch, zwei Tage nach dem Unglück.
Rettungskräfte im Einsatz
Bundesrat und Verteidigungsminister Guy Parmelin äussert sich zum abgestürzten F/A-18 Kampfjet im Sustengebiet: "Ich bin sehr traurig."
Am Dienstag wird noch fieberhaft nach dem Piloten gesucht.
Ein Abzeichen der Staffel 18 am Arm von Felix Stoffel, Chef Berufsfliegerkorps, fotografiert an der Medienkonferenz zum abgestürzten Armee Flugzeug
Der Absturz ereignete sich in der Region Susten.
Die F/A-18 verschwand am Montagnachmittag kurz nach dem Start vom Radar. Später wurde bekannt: Sie verunglückte vier Minuten nach dem Start.
F/A-18 Pilot Pierre de Goumoëns, Kommunikationschef Jürrg Nussbaum und Felix Stoffel, Chef Berufsfliegerkorps, informieren am Unglückstag über die aktuelle Lage.
Felix Stoffel, Chef des Berufsfliegerkorps.
Armeesprecher Daniel Reist gibt den Medien Auskunft.
Armee-Helikopter suchen am Dienstag nach der Absturzstelle.

Bild von der Absturzstelle: Eine F/A-18 ist am Montag, 28. August, zerschellte im Gebiet des Sustenpasses am Berg.

Keystone

Der Pilot befand sich wegen des schlechten Wetters auf einem Instrumentenflug. Das bedeutet, dass er nicht auf Sicht flog, sondern sich von einem Fluglotsen am Boden leiten liess. Gegenüber der «Nordwestschweiz» bestätigte Rober Gaberell, Sprecher der Flugsicherungsgesellschaft Skyguide, bereits am Mittwoch: «Es gab Funksprüche zwischen Flugverkehrsleitern und dem Piloten.»

Zum Absturz der F/A-18 C der Schweizer Luftwaffe kam es am Montag im Gebiet Susten. Erst am Dienstagnachmittag wurde das Wrack des Kampfjets gefunden. Nach einer erneuten Suche am Mittwoch fanden die Bergungstrupps schliesslich auch die Leiche des Piloten. (pz)

28. September 2016 Ein Super Puma der Luftwaffe stürzt auf dem Gotthardpass ab und gerät in Brand. Die beiden Piloten sterben, der Flughelfer wird verletzt.
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KEYSTONE/TI-PRESS/SAMUEL GOLAY