Verkehr

Ein Schnellzug liess den Halt in Baden aus: «Baden droht den Anschluss zu verlieren»

Bahnhof Baden: Der Stadtrat müsse vehementer als bisher um attraktive Schnellzugsverbindungen kämpfen, fordert die FDP in einem Postulat.

Bahnhof Baden: Der Stadtrat müsse vehementer als bisher um attraktive Schnellzugsverbindungen kämpfen, fordert die FDP in einem Postulat.

FDP-Co-Präsident Tobi Auer fordert, dass der Stadtrat nicht tatenlos zusehen dürfe.

Ein Interregio von Bern nach Zürich liess am vergangenen Samstag den Halt in Brugg und Baden aus (AZ von gestern). Dies, um die Verspätung wettzumachen, die sich der Zug auf der Fahrt durch das Mittelland eingehandelt hatte. Dass der Zug im Aargau nicht stoppte, war laut SBB eine «Massnahme zum Nutzen der Mehrheit»; einer Minderheit habe leider das Umsteigen in Olten zugemutet werden müssen. Für Personen mit Ziel Brugg und Baden seien das Umsteigen in Olten sowie die verspätete Ankunft «ärgerlich» gewesen.

Tobi Auer, Co-Präsident der FDP Baden, hat schon länger den Eindruck, dass der Aargau bei den SBB zurzeit keine allzu grosse Bedeutung geniesst. Das Beispiel von letztem Samstag zeige erneut exemplarisch die Gefahr für Stadt und Region, im öffentlichen Verkehr den Anschluss an andere Regionen zu verlieren. «Dieser Trend war bereits bei der Fahrplanänderung 2015 erkennbar. Die Reisezeit der direkten Zugverbindung zwischen Baden und Flughafen Zürich hat sich um 30 Prozent erhöht.»

«Verschlechterungen wären fatal»

Eine erneute Verschlechterung der Eisenbahnanbindung, insbesondere der allfällige Wegfall der Direktverbindung an den Flughafen, muss mit Vehemenz verhindert werden, ist Auer überzeugt. Die Stadt Baden müsse viel aktiver als bisher um attraktive Verbindungen weibeln. Auer hat darum gestern Mittwoch ein Postulat eingereicht: Er bittet den Stadtrat zu prüfen, inwiefern Baden kurz-, mittel- und langfristig proaktiv Einfluss auf eine schnellere, direkte Zugsverbindung an den Flughafen und den Ausbau der Leistungsfähigkeit des Badener Schnellzugsbahnhofs nehmen kann. Das Engagement der Stadt für eine optimale Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr dürfe sich nicht mehr bloss auf die Teilnahme am Vernehmlassungsprozess beschränken. «Die Stadt Baden muss sich künftig frühzeitig für eine Verbesserung der Schnellzugsanschlüsse einsetzen.» Der Fokus müsse nicht nur auf die Fahrplangestaltung, sondern auch auf die Bahninfrastruktur gelenkt werden. «Es würde wohl Sinn machen, wenn die Aargauer Städte ihre Interessen gemeinsam vertreten.»

Denn weitere Verschlechterungen bei den Schnellzugsverbindungen wären fatal, ist Auer überzeugt: «Für den Wirtschaftsstandort Baden sind schnelle Direktverbindungen zum Flughafen sowie in andere Schweizer Städte mindestens so wichtig wie ein attraktiver Steuerfuss.» Diese Aussage von ihm, einem überzeugten Liberalen, zu hören, erstaune vielleicht, sagt der FDP-Co-Präsident. Doch Baden habe das Privileg, Standort von mehreren international tätigen Grosskonzernen zu sein. Gerade für die global aufgestellten Firmen seien direkte und schnelle Zugsverbindungen enorm wichtig. Das gehe auch aus entsprechenden Umfragen hervor. Und laut einer Studie der Credit Suisse zählen der Aargau und Baden zu den attraktivsten Wirtschaftsregionen, was hauptsächlich der verkehrstechnischen Erreichbarkeit zu verdanken sei.

Nicht nur für die Wirtschaft, auch im Hinblick auf die Wiederbelebung des Bäderquartiers werde eine gute Erreichbarkeit der Stadt mit der Eisenbahn ein Vorteil gegenüber abgelegenen Kurorten sein, ist Auer überzeugt. Dasselbe gelte für Baden als Tagungs- und Kongressstandort.

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