Schweiz

Ehemaliger «Mr. Corona» Daniel Koch: «Masken sind kein Allheilmittel»

Daniel Koch war in der ersten Welle das Gesicht der bundesrätlichen Coronastrategie. Heute ist er pensioniert.

Daniel Koch war in der ersten Welle das Gesicht der bundesrätlichen Coronastrategie. Heute ist er pensioniert.

Der ehemalige «Mr. Corona» Daniel Koch hat sich im Tessiner Fernsehen zur zweiten Welle geäussert: Masken seien kein Allheilmittel, so Koch. Aber auch ein neuer Lockdown sei nicht praktikabel.

(wap) Im Frühling hatte Daniel Koch, damals Leiter Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, mehrfach erklärt, Masken nützten nichts gegen die Pandemie. Nun, da der Bundesrat die Maskenpflicht sogar auf der Strasse einführen möchte, hat sich der ehemalige «Mr. Corona» erneut zur Wirksamkeit von Alltagsmasken geäussert, dies in der Sendung 60 Minuti von Radiotelevisione Svizzera, dem italienischen Fernsehen der SRG. «Masken sind kein Allheilmittel», gab Koch dort zu Protokoll.

Hygienemasken böten einen gewissen Schutz, allerdings nur, wenn sie richtig getragen würden und mit strikter Handhygiene einhergingen. Andere Massnahmen seien ebenso wichtig, insbesondere, Distanz zu halten.

Kein Lockdown, aber mehr Tests und mehr Diziplin

Einen zweiten Lockdown in der Schweiz hält Koch für unrealistisch. Ein solcher wäre nicht mehr tragbar, sagte Koch. Auch eine Schliessung der Schulen sei nicht nötig, da man das Virus mittlerweile besser kenne: Die Handhabung der zweiten Welle könne und müsse sich von jener der ersten Welle unterscheiden. Im Frühjahr habe man die Schulen geschlossen, weil die Nachbarstaaten dasselbe getan hätten. Nun sei die Situation anders.

In erster Linie brauche es nun von Seiten der Behörden mehr Tests, und von Seiten der Bevölkerung mehr Disziplin. Grosseltern dürfen ihre Enkelkinder seiner Meinung nach weiterhin sehen, auch kurze Umarmungen sollten möglich sein, so Koch. Aber: «Sie sollten nicht zuviel Zeit mit ihnen verbringen.»

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