Es "lässt sich feststellen, dass die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern grösser ausfällt, je höher die Kaderfunktion ist", schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS) in einer Mitteilung vom Donnerstag. Im untersten Lohnsegment sind generell mehr Frauen, im obersten mehr Männer beschäftigt.

2016 waren über 60 Prozent der Arbeitsstellen im privaten Sektor mit einem monatlichen Vollzeitbruttolohn von unter 4000 Franken von Frauen besetzt. In Stellungen mit einem Bruttolohn von mehr als 8000 Franken betrug der Frauenanteil 28,2 Prozent, Jobs mit Löhnen über 16'000 Franken waren noch zu 18 Prozent in Frauenhand. Immerhin leicht mehr als 2014, als der Frauenanteil noch 15,2 Prozent betrug.

Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sind teilweise auf strukturelle Faktoren zurückzuführen, die mit Merkmalen wie Alter, Ausbildung, Dienstjahre, Stellung in der Unternehmenshierarchie und dem ausgeübten Tätigkeitsbereich zusammenhängen. Der übrige Anteil der Lohnunterschiede bleibt unerklärt.

657 Franken zu wenig in der Lohntüte

Dieser nicht begründbare Anteil der Lohndifferenzen ist seit einem leichten Rückgang 2014 wieder angewachsen: Im Jahr 2016 betrug er fast 43 Prozent, zwei Prozentpunkte mehr als 2012.

Im Schnitt kassierten Frauen im Jahr 2016 pro Monat 657 Franken weniger als Kollegen mit den haargenau gleichen Voraussetzungen. 2014 waren es noch 585 Franken weniger gewesen. Diese unerklärbare Einbusse reicht von 327 Franken im Gastgewerbe bis zu fast 1300 Franken im Kredit- und Versicherungsgewerbe.

Besonders stiefmütterlich werden Frauen in kleinen Betrieben bezahlt. In Unternehmen mit bis zu 20 Stellen betrug der Anteil der unerklärbaren Lohndifferenzen im Mittel knapp 61 Prozent, in Betrieben mit über 1000 Beschäftigten etwas mehr als ein Viertel.

Für einmal ist Alter von Vorteil: Bei Personen über 50 sind 36,6 Prozent von unerklärbaren Lohneinbussen betroffen, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 43,5 Prozent, bei noch Jüngeren 58 Prozent.