Medien-Deal

Drohender Machtverlust: Darum ist der «Blick»-Verkauf gescheitert

Ringier-CEO Marc Walder (rechts) und "Blick"-Besitzer Michael Ringier (links) im Gespräch. Unklar ist, ob sie sich wegen des möglichen Verkaufs einig gewesen sind.

Ringier-CEO Marc Walder (rechts) und "Blick"-Besitzer Michael Ringier (links) im Gespräch. Unklar ist, ob sie sich wegen des möglichen Verkaufs einig gewesen sind.

Neue Details zum geplatzten Deal um die Boulevardzeitung «Blick» werden bekannt: Offenbar liess Ringier-CEO Marc Walder das Geschäft bachab gehen. Er soll sich vor Einflussverlust gefürchtet haben.

Der Basler Medienanwalt Martin Wagner gelangte am 23. Januar mit einem unverbindlichen Kaufangebot für die Blick-Gruppe an den Ringier-Verlag. Richtpreis: 200 Millionen Franken. «Blick»-Besitzer Michael Ringier leitete Wagners Dokument weiter an seinen CEO Marc Walder. Dieser traf sich am 14. Februar mit Wagner. Drei Wochen später machte die "NZZ am Sonntag" die Verhandlungen publik. Zu viel für Wagner, wie er dem "Tages-Anzeiger" sagt: "Als Ringier-CEO Marc Walder mich öffentlich als Strohmann der SVP hinstellte, war der Deal vom Tisch."

Gemäss Wagner war Besitzer Ringier von der schriftlichen Offerte angetan. Er unterstellt Walder, eigene Interessen verfolgt zu haben. Dieser habe somit sein Ziel erreicht – seine Investoren seien "kopfscheu" geworden.

Bei Ringier tönt das anders: Besitzer Ringier und CEO Walder seien sich "absolut einig", was Wagners Kaufangebot angehe.

Fürchtete Walder Machtverlust?

Gemäss "Tages-Anzeiger"-Bericht stand viel von Walders Macht im Konzern auf dem Spiel. So habe Wagner die Bedingung gestellt, den CEO und den Chefredaktor der Blick-Gruppe zu ernennen. Das hätte bedeutet, dass Walders Kaderleute rasch hätten ausgewechselt werden können. Mehr noch: Nicht einmal sein eigener Posten wäre mehr sicher gewesen.

Wagner sagte jüngst gegenüber der "Nordwestschweiz", hinter dem Übernahmeangebot stehe keine politische Hidden Agenda, sondern der Plan, aus dem «Blick» eine Sport- und Entertainmentplattform zu machen mit Anbindung an Social Media.

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