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Draufzahlen: Das Geschäftsauto verursacht höhere Steuern

Autopendle zahlen ab 2016 drauf.

Autopendle zahlen ab 2016 drauf.

Der grosszügige Abzug für Autopendler ist ab 2016 Geschichte. Besonders betroffen sind Angestellte mit einem Geschäftswagen: die Fahrer müssen sogar mit Mehrausgaben rechnen.

Bei manch einem Berufspendler flattert ab kommendem Jahr eine höhere Steuerrechnung ins Haus. Der Grund liegt in der Fabi-Vorlage, der die Schweizer Stimmbevölkerung vor bald zwei Jahren zugestimmt hat. Fabi tritt 2016 in Kraft und regelt Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur.

Für die nötigen Mehreinnahmen bei den Bundessteuern sollen unter anderem die Berufspendler sorgen: Von ihren Fahrtkosten dürfen sie neu maximal nur noch 3000 Franken pro Jahr abziehen.

Besonders betroffen sind Angestellte, die mit einem Geschäftsauto zur Arbeit fahren. Manche von ihnen trifft die Gesetzesänderung beim Pendlerabzug massiv: Wer über 20 Kilometer Fahrtweg pro Tag im Auto zurücklegt, verursacht jährliche Pendlerkosten von über 3000 Franken (pro Kilometer dürfen 70 Rappen berechnet werden, ein Jahr hat 220 Arbeitstage).

Beim Geschäftswagen-Lenker verstehen die Steuerbehörden diese 3000 Franken als Freibetrag. Den Rest der Fahrtkosten muss der Mitarbeiter neu als Einkommen deklarieren, weil sie vom Arbeitgeber getragen werden und für ihn selbst keine Kosten entstehen.

Das heisst: Bei gleichbleibendem Lohn landen Angestellte mit Geschäftsauto in einer höheren Einkommensklasse. Spielen wir die neue Praxis anhand eines fiktiven verheirateten Angestellten mit zwei Kindern durch: Er lebt in Kriens LU, arbeitet in Liestal BL und legt seinen 80 Kilometer langen Arbeitsweg mit einem zur Verfügung gestellten Geschäftswagen zurück.

Bei 220 Arbeitstagen à 160 Kilometer Hin- und Rückweg kommt er auf 35'200 Kilometer im Jahr. Für jeden Kilometer muss er 70 Rappen angeben. Das ergibt 24'640 Franken Pendlerkosten. 3000 Franken gelten als Freibetrag. Die restlichen 21'640 Franken rechnen die Steuerbehörden ab 2016 beim Einkommen des Luzerners hinzu.

Ein über 20'000 Franken höheres Einkommen – manch Geschäftswagenlenker dürfte sich die Augen reiben. Auch unser fiktiver Luzerner, der als Alleinernährer brutto 100'000 Franken nach Hause bringt.

Bisher betrug seine Rechnung für die Bundessteuer etwa 210 Franken. Neu liegt sein Einkommen bei 124'640 Franken und die Steuerrechnung beträgt 1056 Franken. Das ist fünf Mal mehr.

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