Im Vordergrund steht in diesem Jahr unter anderem die UNO-Abstimmung über die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung im Herbst, an deren Ausarbeitung die Schweiz massgeblich beteiligt ist, wie Manuel Sager, Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) an der Jahresmedienkonferenz in Bern sagte.

Mehr Engagement für "fragile Länder"

Verstärkt engagieren will sich die Schweiz für Länder in sogenannt "fragilen Kontexten". Es handelt sich dabei um Länder, die weitgehend ohne staatliche Strukturen sind und in denen grösster Hilfsbedarf bestehe.

Die Schweiz habe ihre Unterstützung für diese fragilen Länder und Regionen in den letzten Jahren um 20 Prozent erhöht. Das betreffe die Arbeit der DEZA unter anderem in Nordafrika, Afghanistan, Nepal, Mali und Haiti.

Die Mittel würden dort für die Bekämpfung der Konfliktursachen, zur Stärkung der Zivilgesellschaft, der Achtung der Menschenrechte und zur Förderung von verantwortungsvoller Regierungsführung sowie für humanitäre Hilfe eingesetzt.

Dieser Einsatz lohne sich und habe zu sichtbaren Verbesserungen geführt. Für diese Staaten bleibe öffentliche Entwicklungshilfe die wichtigste Finanzierungsquelle.

Vermehrt in Berufsbildungsprojekte investieren

Auch Projekte für die Berufsbildung sollen gefördert werden. Denn Arbeitslosigkeit, namentlich Jugendarbeitslosigkeit, sei eine der grössten Fallen, die in einen Teufelskreis von Armut, Perspektivlosigkeit und Gewalt münden könnten. Weltweit werde die Arbeitslosigkeit 2015 auf 204 Millionen Menschen ansteigen. mehr als ein Drittel davon seien Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren.

Mit der Hilfe der Berufsbildung könne Gewalt eingedämmt werden, sagte Maya Tissafi, Leiterin des DEZA-Bereichs Regionale Zusammenarbeit. Insgesamt engagiert sich die DEZA weltweit in 25 Ländern im Berufsbildungsbereich. Grundlage sei das schweizerische Berufsbildungssystem: Es erfordere aber jeweils länderspezifische Anpassungen.

Syrien: "Ein schwarzes Loch"

Die Arbeit der DEZA nannte Sager wichtig und nützlich. Doch der Hauptbeitrag müsse vom Land selber kommen: "Die wirtschaftliche Entwicklung ist auch nicht eine Frage des Geldes, sondern des politischen Willens", sagte er. Die DEZA konzentriere sich deshalb in erster Linie auf die Verbesserung bestehender Systeme in den Ländern wie etwa dem Gesundheitssystem oder eben dem Berufsbildungssystem.

Zur Messung des Erfolges gehöre aber auch ein gewisser Realismus, sagte Manuel Bessler, Delegierter für humanitäre Hilfe und Chef des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH). In Syrien zum Beispiel stosse die Arbeit der DEZA in Syrien an ihre Grenzen. Momentan sehe er nicht einmal einen Horizont für eine politische Lösung. "Ein bisschen ein schwarzes Loch sehe ich da", sagte Bessler.