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Corona-Fallzahlen in Frankreich ziehen kräftig an ++ Schweiz: «Auffrischimpfung im Herbst wird besonders für gefährdete Personen empfohlen»

Alle Neuigkeiten, Reaktionen und Hintergründe zur Coronapandemie in unserem Newsblog.

Online-Redaktion
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Wie sich die kantonalen und nationalen Corona-Zahlen entwickeln, erfahren Sie in unserer laufend aktualisierten Übersicht.

Das Wichtigste in Kürze

Das empfiehlt das BAG für den Herbst 2022

  • Personen über 65 Jahren und gefährdeten Personen über 16 Jahren wird von BAG und Impfkommission ab sofort eine weitere Auffrischimpfung empfohlen.
  • Die breite Bevölkerung kann sich im Herbst boostern lassen, ab 10. Oktober stehen auch die neuen Impfstoffe bereit. 
  • Bereits zuvor wurde immungeschwächten Personen ein Booster empfohlen.
  • Für alle gesunden Personen zwischen 16 und 64 Jahre ist das Risiko einer schweren Erkrankung gering.
  • Kindern zwischen 5 und 15 Jahre wird keine Auffrischung der Impfung empfohlen.

Corona-Fallzahlen in Frankreich ziehen kräftig an

In Frankreich zieht die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen wieder kräftig an. In der vergangenen Woche stieg der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner um 57 Prozent und lag am Montag bei 308,2, wie die Gesundheitsbehörden in Paris am Freitag mitteilten. Betroffen seien alle Altersgruppen, insbesondere aber junge Menschen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren.

Die Lage in den Krankenhäusern war weiter stabil. Die Behörden appellierten an Menschen ab 60 Jahren, sich eine zweite Auffrischimpfung zu holen. Beschlüsse oder eine Diskussion zum Wiedereinführen von Corona-Massnahmen gibt es in Frankreich noch nicht. Eine Maskenpflicht gilt lediglich noch für Besucher von Krankenhäusern und Altenheimen. (dpa)

Deutsches Parlament segnet schärfere Corona-Regeln für den Herbst ab

Das deutsche Parlament hat die Corona-Regeln für Herbst und Winter beschlossen. Das Gesetzespaket der Ampel-Koalition, das generell wieder schärfere Vorgaben zu Masken und Tests ermöglicht, erhielt am Donnerstag 386 Stimmen.

313 Abgeordnete stimmten dagegen, 3 enthielten sich. Nun muss der Bundesrat, die Kammer der 16 deutschen Länder, noch zustimmen. Die Regeln sollen ab dem 1. Oktober bis zum 7. April 2023 gelten. Mit den neuen Regeln soll einem befürchteten deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen begegnet werden.

Deutschlandweit soll weiter eine FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen gelten, aber nicht mehr in Flugzeugen. Auch in Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen soll es eine solche Maskenpflicht geben. Vor dem Zutritt zu Pflegeheimen und Kliniken soll zudem ein negativer Test vorgelegt werden müssen.

Eine Maskenpflicht in Restaurants und anderen Innenräumen sollen die Länder ab Oktober je nach regionaler Lage verhängen dürfen. Auch über eine eventuelle Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr sollen die Länder entscheiden können. An Schulen und Kitas sollen Tests vorgeschrieben werden können. Möglich werden auch Maskenpflichten in Schulen ab Klasse fünf. Bei einer regional kritischeren Corona-Lage sollen die Länder noch weitere Vorgaben verhängen können.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigte die Regeln gegen Kritik der Opposition: «Wir ermöglichen es den Ländern, zielgenau je nach pandemischer Lage genau das anzubieten, was notwendig ist - nicht mehr, aber auch nicht weniger.» Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) sagte über den von ihm mitentwickelten Entwurf: «Der enthält keine Lockdowns, keine Betriebsschliessungen, keine Schulschliessungen, keine Demonstrationsverbote.» (dpa)

Die Medienkonferenz ist beendet

Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und halten Sie hier weiter über die wichtigsten News zum Coronavirus auf dem Laufenden.

Wird es laufend neue Impfstoffe geben?

Linda Nartey, Vizedirektorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG): Das Zirkulieren der Viren wird ständig überwacht. Und die Impfstoffe werden auch dahingehend angepasst und dann zur Verfügung gestellt.

Wird das Covid-Zertifikat weiter ausgestellt?

Ja, erklärt Linda Nartey, Vizedirektorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Das könne für Auslandsreisen wichtig sein.

Ist der neue Impfstoff ab dem 10. Oktober verfügbar?

Hauri: Die Kantone werden dann bereit sein. Ural Tufan von der Arbeitsgruppe ergänzt, dass die einen Impfstoffe dann vorhanden sein werden. Hauri ergänzt noch einmal: Der Impfstoff kann innerhalb des Kantons frei gewählt werden. 

Fragerunde ist eröffnet: Geht es hauptsächlich um Erst - oder Auffrischimpfungen?

Christoph Berger: Es geht primär um die Auffrischimpfung, erklärt Christoph Berger auf Nachfrage. Für die unter 16-Jährigen wird deshalb keine Auffrischimpfung empfohlen, weil 96 Prozent Antikörper entwickelt haben, die haben einen guten Schutz. Dennoch können sich diese Personen impfen lassen, wenn sie möchten. Es stehe genügend Impfstoff zur Verfügung. 

Gefährdete Personen haben Priorität

Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und -ärztinnen der Schweiz (VKS): «Die Kantone müssen den gefährdeten Personen den Impfstoff zuerst zugänglich machen, sie haben Priorität. Die Kantone haben jetzt noch einen Monat Zeit, um sich auf die Impfungen vorzubereiten. Die Nachfrage nach Impfungen ist ab Januar/Februar zurückgegangen. Wegen der Empfehlung, dass sich über 80-Jährige impfen sollen, hat sie im Juli kurz wieder zugenommen. Die Impfkapazitäten wurden zurückgefahren, aber nicht eingestellt. Die Verhaltensregeln gelten weiterhin. Wer Symptome hat, sollte zumindest eine Maske tragen, noch besser aber zuhause bleiben. Es ist weiterhin sinnvoll, sich bei Symptomen testen zu lassen. Bei Erkältungsanzeichen sollte man auf den Abstand achten, in Innenräumen aber in jedem Fall.»

Neue Impfstoffe stehen zur Verfügung und sollten bevorzugt werden

Christoph Berger: «Aufgrund der neuen Variante ist die Wirkung des vorherigen Impfstoffes nicht mehr so gut. Die Auffrischimpfung im Herbst sollte, so wird es empfohlen, mit den neuen Impfstoffen vorgenommen werden. Die Wahl des Impfstoffes ist wichtig für einen guten Schutz.»

Die Impfung wird für gefährdete Personen empfohlen 

Christoph Berger: «Gefährdete Personen über 16 sollten sich impfen lassen, wenn sie gefährdet sind. Alle anderen haben ein geringeres Risiko, sich anzustecken und einen schweren Verlauf zu haben. Impfen lassen sollten sich die, die gefährdete Personen betreuen. Die Impfungen sollen, so die Empfehlung an den Kanton, in individueller Abwägung erfolgen. Es sollten sich diejenigen impfen lassen, die aus irgendeinem Grund ein besonderes Risiko haben. Kindern und Jugendlichen wird keine Impfung empfohlen. »

Wir gehen von geringerer Krankheitslast aus

Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif): «Wir gehen vom Szenario aus, dass die Virusübertragung im Herbst und Winter zunimmt. Die Impfempfehlung für den Winter kommt jetzt und trägt dem Rechnung. Es geht darum, die besonders gefährdeten Personen vor schweren Verläufen zu schützen. Die Impfung bietet einen verbesserten Schutz. 98 Prozent haben Antikörper entwickelt in der Bevölkerung. Deshalb besteht im Unterschied zu den Vorjahren ein grösserer Schutz. Das Risiko vor schweren Verläufen ist viel kleiner geworden, auch wenn das Virus weiter zirkuliert. Die Varianten jetzt sind deutlich ansteckender. Wir gehen aber wegen der genannten Bedingungen von einer geringeren Krankheitslast aus. »

Neue Impfstoffe zugelassen

Claus Bolte, Stellvertretender Direktor von Swissmedic: «Auf Grundlagen von klinischen Studien haben wir einen neuen Impfstoff von Moderna zugelassen. Neu zugelassen ist zusätzlich auch ein wohlbekannter proteinbasierter Impfstoff von Novovax. Dieser eignet sich auch für heterologe Impfung. Also für eine Kreuzimpfung. Natürlich werden trotzdem die Wirkungen und Nebenwirkungen weiterhin genauestens kontrolliert. Der Nutzen der von uns zugelassenen Impfstoffe überwiegt bei weitem die Risiken. »

Andere Ausgangslage als letztes Jahr

Linda Nartey, Vizedirektorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG): «Seit dem Höhepunkt im Juli sind die Zahlen gesunken. Nur vereinzelt ist ein Anstieg zu vermerken. BA.5 ist die immer noch die vorherrschende Variante. Die Belegung der Spitäler ist nach wie vor niedrig. So auch die Todeszahlen. Während die Situation derzeit stabil ist, gehen wir davon aus, dass die Zahlen im Herbst und Winter wieder steigen werden. Handhygiene wird nicht mehr wirklich wahrgenommen. Trotzdem ist die Lage heute eine andere. Fast 70 Prozent der Bevölkerung ist mindestens einmal geimpft. Es kursieren derzeit Omikron-Varianten, die aber selten zu schweren Erkrankungen fühlen. Das Risiko für schwere Erkrankungen ist deshalb deutlich niedriger. Ältere und Schwangere sind aber weiter gefährdet. Es bleibt deshalb weiter wichtig, dass wir die Gesundheitseinrichtungen vor Überlastung schützen. »

Die Medienkonferenz beginnt

Die Medienkonferenz beginnt, die Teilnehmenden werden begrüsst.

Ab 10 Uhr live: Medienkonferenz zur Auffrischimpfung im Herbst

Die anwesenden Fachleute erläutern die Covid-19-Impfempfehlung des Bundesamtes für Gesundheit BAG und der Eidgenössischen Impfkommission EKIF für eine weitere Auffrischimpfung im Herbst 2022.

Teilnehmer sind: Linda Nartey, Vizedirektorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG)

Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif)

Claus Bolte, Stellvertretender Direktor von Swissmedic

Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und -ärztinnen der Schweiz (VKS)

EU-Kommission will in Krisen in Produktion eingreifen können

Im Fall von Krisen wie der Corona-Pandemie oder dem russischen Krieg gegen die Ukraine will die EU-Kommission Firmen künftig Produktionsvorgaben machen können. Konkret geht es etwa darum, bestimmte Aufträge für die Produktion «krisenrelevanter Güter» bevorzugt zu behandeln, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zunächst sollen Unternehmen dies auf freiwilliger Basis machen. Akzeptieren sie die Empfehlungen aber nicht, könnte die Kommission die Firmen «unter aussergewöhnlichen Umständen» verpflichten, bestimmte Aufträge vorrangig zu behandeln. Zuvor hatte unter anderem die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Freitag) darüber berichtet. Übergeordnetes Ziel des Vorhabens ist es, Reisefreiheit, freien Warenverkehr und das Funktionieren des Binnenmarktes zu schützen.

Den EU-Staaten soll im Extremfall auch vorgegeben werden können, Reserven von wichtigen Gütern anzulegen. Auch hier ist zunächst unklar, um welche Güter es genau geht. Im Entwurf heisst es lediglich, Waren und Dienstleistungen von strategischer Bedeutung seien solche, die «nicht diversifizierbar und nicht austauschbar sind und die für das Funktionieren des Binnenmarktes in strategisch wichtigen Bereichen der Wirtschaft unerlässlich sind».

An dem nun bekanntgewordenen Entwurf kann sich noch einiges ändern. So wurde er noch nicht formell von der EU-Kommission vorgestellt. Bei Europaparlamentarierinnen und -parlamentariern stösst das Vorhaben auf gemischte Reaktionen. (dpa)

Novavax-Booster: Swissmedic erteilt Zulassung

Swissmedic hat zwei Gesuche der Firma Future Health Pharma zu ihrem Impfstoff gegen das Coronavirus positiv beurteilt. Das Heilmittelinstitut hat der Auffrischimpfung (Booster) die Zulassung erteilt. Neu ist der Impfstoff auch für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. «Swissmedic hat bei beiden Anträgen die eingereichten klinischen Daten auf Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität geprüft und genehmigt», heisst es in der Mitteilung vom Freitag.

Bereits letzte Woche hatte Swissmedic die Zulassung für den Spezial-Booster von Moderna erteilt. Damit ist die Schweiz das weltweit zweite Land, welches einen an Omikron angepassten Booster zulässt. (rwa)

China schickt Millionen-Metropole in Lockdown

Wegen eines Corona-Ausbruchs haben Chinas Behörden erneut eine Ausgangssperre in einer der grössten Metropolen des Landes verhängt. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, sollen grundsätzlich alle rund 21 Millionen Bewohner der südwestchinesischen Metropole Chengdu ab Donnerstagabend nicht mehr vor die Tür gehen. Innerhalb von vier Tagen soll dann die gesamte Stadt durchgetestet werden.

Die Behörden kündigten die strikten Massnahmen an, nachdem am Mittwoch 132 Corona-Infektionen in Chengduentdeckt worden waren. Landesweit meldeten die Behörden 307 neue Infektionen.

Auch die Städte Chengde und Shijiazhuang in der Nähe von Peking verhängten Ausgeh-Restriktionen für eine nicht genannte Zahl von Menschen. In der ostchinesischen Millionenstadt Tianjin ordneten die Behörden Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung an. Auch in der südchinesischen Metropole Shenzhen wurden erneut einige Teile der Stadt abgeriegelt. (dpa)

Schweizweit sinken die Infektionen, im Aargau steigen sie

Im Gegensatz zum landesweiten Trend steigen im Aargau die Infektionszahlen mit dem Coronavirus leicht an. Eine Übersicht zur aktuellen Situation in unserem Kanton.

Nordkorea will Coronavirus ausgerottet haben

Drei Monate nach der erstmaligen Bestätigung eines Corona-Ausbruchs im Land hat Nordkoreaeigenen Angaben zufolge das Virus besiegt. Machthaber Kim Jong Un habe feierlich den Sieg im Kampf um die Ausrottung des «neuen Coronavirus» erklärt, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Donnerstag. Kim habe die Erklärung am Mittwoch in Pjöngjang bei einem nationalen Treffen zu den Massnahmen gegen die Epidemie gemacht.

Seit fast zwei Wochen meldete das Land keine neuen Krankheits- oder Verdachtsfälle, die im Zusammenhang mit dem Ausbruch stehen. Es war nach wie vor unklar, wie viele Corona-Infektionen es tatsächlich gegeben hat. Eigenen Angaben zufolge wurden seit Ende April fast 4,8 Millionen «Fieberfälle» verzeichnet. Es habe 74 Todesopfer gegeben. Experten gehen davon aus, das Nordkoreaüber keine ausreichenden Test-Kapazitäten verfügt. (dpa)