Vertrauliches Papier

Bund rechnet mit 2700 bis 2900 Asylgesuchen pro Monat

Einem Asylberwerber werden im Empfangs- und Verfahrenszentrums EVZ in Basel Fingerabdrücke genommen.

Einem Asylberwerber werden im Empfangs- und Verfahrenszentrums EVZ in Basel Fingerabdrücke genommen.

Das Bundesamt für Migration (BfM) geht davon aus, dass bis Ende Jahr monatlich zwischen 2700 und 2900 Asylgesuche eingehen werden, wie es in einem vertraulichen Papier schreibt.

Das ergäbe für 2014 eine Gesamtzahl von rund 27 000 Gesuchen, schreibt die "NZZ am Sonntag". Das BfM war im Januar von 24 000 Gesuchen ausgegangen. "Dabei handelte es sich um eine Planungsgrösse, die um eine Bandbreite von rund 1500 Gesuchen unter- oder überschritten werden kann", sagt BfM-Sprecherin Léa Wertheimer.

Wegen der vielen Krisenherde in der Welt und der Zunahme der Bootslandungen müsse damit gerechnet werden, dass sich die Zahl Ende 2014 eher im oberen Bereich dieser Bandbreite bewegen werde. Die grosse Mehrheit der Asylsuchenden in den nächsten Monaten werde nicht aus Bürgerkriegsgebieten wie Syrien oder dem Irak kommen, sondern aus Eritrea, schreibt die "NZZ am Sonntag" weiter.

Bereits im Juli stammten die Hälfte der Gesuchsteller aus dem ostafrikanischen Land. In die Schweiz ziehen Eritreer vor allem aus zwei Gründen: Erstens erhalten hier viele von ihnen einen Aufenthaltsstatus als anerkannte Flüchtlinge und nicht nur als vorläufig Aufgenommene. Das wiederum erlaubt ihnen, auch Asylgesuche für Familienmitglieder zu stellen, die in der Regel ebenfalls gutgeheissen werden. Diese Familienmitglieder können per Flugzeug in die Schweiz reisen; seit Anfang Jahr wurde das rund 380 Flüchtlingen ermöglicht. Zweitens werden eritreische Flüchtlinge durch die Diaspora ihrer Landsleute in der Schweiz angezogen.

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