Pressekonferenz

Bund informiert über Corona-Virus: «Es geht allen Schweizern gut» ++ Keine Fälle in der Schweiz

Bisher kein bestätigter Fall von Coronavirus in der Schweiz

Bisher kein bestätigter Fall von Coronavirus in der Schweiz

In der Schweiz gibt es noch keinen bestätigten Fall des neuartigen Coronavirus. Bisher sei keine Person positiv auf das Virus getestet worden, gab das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag vor den Medien bekannt. Zu den Schweizerinnen und Schweizern in China sagte Hans-Peter Lenz vom Aussendepartement (EDA): "Die Botschaft steht mit allen zehn Personen in Kontakt, die sich in der betroffenen chinesischen Provinz aufhalten. Es geht allen den Umständen entsprechend gut, Erkrankungen sind nicht aufgetreten."

Das Bundesamt für Gesundheit hat sich am Freitag mit Informationen zum Corona-Virus an die Öffentlichkeit gewandt.

BAG-Direktor Pascal Strupler eröffnet die Pressekonferenz und nennt kurz die Fakten: Weltweit 10'000 Erkrankte, bisher 200 Tote.

«Die Schweiz breitet sich seit Anfang Januar auf eine internationale Ausbreitung vor. Das BAG hat die nötigen Massnahmen implementiert, um Verdachtsfälle rasch abzuklären und die Betroffenen zu isolieren und zu therapieren. »

Die Schweiz werde sich weiteren Empfehlungen der WHO anschliessen. Derzeit seien Prognosen schwierig zu machen, so Strupler.

Umso erfreulicher sei, dass die EU der Schweiz Zugang zu ihrem Informationssystem gewährt habe. Diesen Zugang gab es bei Ebola, später wurde er wieder deaktiviert.

Das Wort ergreift Virginie Masserey von der« Division maladies transmissibles.» In einigen Ländern sei die Direktübertragung Mensch zu Mensch beobachtet worden, darunter Deutschland und die Schweiz. In der Schweiz sei noch kein Fall entdeckt worden, es gebe jedoch rund hundert Verdachtsfälle.

Man informiere Ärzte und Bevölkerung. Die Empfehlungen für Personen, die sich in den letzten vierzehn Tagen in China aufgehalten haben:« Gesundheitszustand beobachten und bei Atembeschwerden den Arzt aufsuchen. »

Es gehe nun darum die infizierten Personen schnellstmöglich zu finden, sie zu isolieren und ihr persönliches Umfeld zu überwachen.

Einschätzung des Bundesamts

Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten, zur epidemologischen Situation: In China gebe es eine Epidemie und China setze alles daran, dass diese nicht ungebremst und schnell sich ausbreite. Ausserhalb von China seien es im Moment noch Einzelfälle: «Ausserhalb von China gibt es keine Epidemien. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Situation ausser Kontrolle gerät.»

Wichtig sei es jetzt, die angegangenen Vorbereitungen weiterzuführen. Dies laufe gut. Man sei in engem Kontakt mit den Kantonsärzten.

Hans-Peter Lenz äussert sich zur Rolle des BAG. Dieses liege vor allem in der Koordination. Er kommt zu den 4000 Auslandschweizern, die in China leben. 500 Personen seien Durchreisende, 10 Personen von diesen befänden sich in der betroffenen Provinz: «Das ist ein ganz kleiner Teil. » Die Botschaft sei in Kontakt mit den Personen. Zusätzlich gebe es eine Headline des Eidgenössischen Departement des Äusseren.

Franzosen werden zehn Schweizer ausfliegen

Allen Schweizern in der Region gehe es im Moment gut, sagt Pascal Strupler. Andere Staaten waren weit stärker betroffen. Deutschland etwa hat 90 Staatsangehörige vor Ort, Frankreich einige hundert. Die Ansprechspersonen in den Krisenzentren haben uns ihre Unterstützung angeboten. «Unter der Bedingung: Erste Priorität eigene Bürger, zweite Priorität EU-Bürger, dritte Priorität befreundete Staaten.» Glücklicherweise habe sich Frankreich bereit erklärt, mit dem zweiten Flug Schweizer Staatsangehörige mitzunehmen.

«Wann dieser Flug stattfinden wird ist noch offen. Voraussichtlich in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag. » Man werde kommunizieren, wenn man Sicherheit habe.

Derzeit sind drei Schweizer in Wu-Han und sieben ausserhalb. Diese müssen sich nun zu der Sammelstelle begeben, von wo sie ins Konsulat der Franzosen gebracht werden. Im Moment eine Anfrage für elf andere Staatsbürger, die mit dem Schweizer Bus fahren wollen.

Die Journalisten stellen ihre Fragen. Wie viele Schweizer haben den Antrag gestellt, ausgeflogen werden? Lenz: «14 haben angefragt, 10 wollen tatsächlich mit den Franzosen fliegen. »

Die Personen müssen sich selbst zu den Treffpunkten durchschlagen, so Lenz. Darüber seien sie sich aber auch im Klaren.

War es für den Bund eine Option, die Schweizer selbst auszufliegen? Lenz: «Die Option ist vorbereitet und entsprechende Pläne existieren. »

Ausgeflogene müssen in Quarantäne

Lenz: Diejenigen, die vom Angebot Gebrauch machen, haben sich mit Quarantäne einverstanden erklärt. Diese wird im Raum Südfrankreich stattfinden und vierzehn Tage dauern. Es gebe zwar die Möglichkeit, die Quarantäne in der Schweiz zu machen, doch es frage sich, ob das wünschenswert sei, sagt Lenz. Immerhin hätten die Franzosen nun mit grossem Effort bereits eine Quarantänestation vorbereitet und auch das nötige Know-How.

Alle anderen Personen kommen nicht aus Quarantänezone, deshalb müssen sie auch in Europa nicht in Quarantäne genommen werden, erklärt Daniel Koch.

Keine Einreisebeschränkung für Chinesen

Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten BAG: Zur Zeit stehe dies nicht zur Diskussion. Man werde gemeinsam mit der EU handeln. «Die chinesischen Behörden teilen uns mit, was sie wissen,» sagt er. Allerdings könne in einer solchen Situation kein Land den Überblick behalten. Allerdings könne man davon ausgehen, dass die Anzahl Tote pro Erkrankte abnehmen werde.

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