Weihnachten
Briefe ans Christkind: Lego, iPad, Familienfrieden

16 000 Briefe bekommt das Christkind jährlich. Der persönliche Archivar des himmlischen Gschänkli-Bringers ist – zumindest in der Schweiz – Karl Kronig vom Museum für Kommunikation in Bern. Er weiss, was sich in den letzten 17 Jahren verändert hat.

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Wo landen eigentlich die Briefe an das Christkind? Das wird wohl ein Geheimnis bleiben. Tatsache ist: Im Keller des Musuems für Kommunikation werden sie aufbewahrt. Seit 17 Jahren besteht das Briefe-Archiv – tausende sind es mittlerweile.

Karl Kronig, Sammlungskurator Post- und Verkehrsgeschichte erinnert sich beim Lesen an die eigene Kindheit. Sein Fazit: «Erstaunlich, wie wenig sich verändert hat.» Aber: Neben den traditionellen Wünschen wie Lego, Prinzessinnengewand oder Hund wünschen sich die Kinder heute ein iPad oder eine HD-Kamera zu Weihnachten.

Materielles und Trauriges

Die meisten Kinderwünsche sind materieller Art. Aber es gibt auch die anderen. «Das sind zum Teil eher traurige Sachen», sagt Kronig. Aus manchen Briefen könne man etwa herauslesen, dass in der Familie etwas nicht stimmt. Diese Kinder wünschten sich dann keine Spielsachen, sondern Familienfrieden.

Briefe ans Christkindli schreiben ist im Trend. 1997 haben rund 4000 Kinder ihre Wünsche per Brief verschickt, heute erhält das Christkind jährlich über 16 000 Mal Post. Die Briefe sind handschriftlich verfasst, meist begleitet von einer Zeichnung.

Die Hälfte der Briefe verschicken die Kinder in der Romandie, die übrigen haben einen Absender in der Deutschschweiz, im Tessin oder gar im Ausland. Die Deutschschweizer Kinder adressieren ihre Briefe ans «Christkind im Himmel», die Westschweizer Kinder an den «Père Noël», andere senden ihre Post gar an den «Weihnachtsmann am Nordpol».

Auch Normalbürger können zumindest einen Teil der Briefe nachlesen: im neu erschienen Buch «Briefe ans Christkind». Die Sammlung im Museum für Kommunikation ist ein Langzeitprojekt. Mindestens 100 Jahre lang will man die Briefe sammlen, um dann analysieren zu können, was sich im Laufe der Zeit verändert hat.

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