Bern
Berner Regierungsrat gibt grünes Licht für das grösste Spital der Schweiz

Das Inselspital und Spital Netz Bern dürfen fusionieren. Dies hat der Berner Regierungsrat beschlossen. Die neue «Insel Gruppe» soll auch im internationalen Wettbewerb bestehen können – in der Schweiz spielt man in einer eigenen Liga.

Drucken
Das neue Mega-Spital «Insel Gruppe» wird 10500 Mitarbeiter haben.

Das neue Mega-Spital «Insel Gruppe» wird 10500 Mitarbeiter haben.

Keystone

Die Fusion von Inselspital und Spital Netz Bern zum grössten Spital der Schweiz wird Tatsache: Der Berner Regierungsrat und die kantonale Stiftungsaufsicht haben für den Zusammenschluss grünes Licht gegeben. Das neue Gebilde wird «Insel Gruppe» heissen.

Der bernische Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud sagte am Donnerstag vor den Medien in Bern, das neue Grossspital werde schweizweit einzigartig sein und Beispielcharakter haben. Erstmals werde die medizinische Grundversorgung auf dem Land mit der universitären Spitzenmedizin in der Stadt unter einem Dach vereint.

Die Insel-Gruppe werde damit im harten interkantonalen Wettbewerb und auch international bestehen können. Das sind die Ziele, welche die Kantonsregierung und die Spitäler mit der Elefantenhochzeit verfolgen. Ein weiteres ist, das Angebot der öffentlichen Spitäler im Raum Bern bezüglich Qualität und Wirtschaftlichkeit zu stärken.

Das neue Unternehmen wird 10 500 Angestellte haben und ausser auf dem Berner Insel-Areal auch im Berner Tiefenauquartier sowie in Münsingen, Aarberg und Riggisberg Spitäler betreiben. Auch ein Rehabilitations- und Alterszentrum in Belp gehört zum Unternehmen. Das Berner Zieglerspital wird im Herbst dieses Jahres aufgegeben, wie schon seit längerem bekannt ist.

An der Medienkonferenz äusserten die Spitalverantwortlichen die Überzeugung, die Grossfusion habe für alle Beteiligten Vorteile. Patienten würden künftig stets am richtigen Ort betreut und müssten nicht «von Pontius zu Pilatus» rennen, sagte etwa Holger Baumann, Geschäftsleitungsvorsitzender von Insel-Spital und Spital Netz Bern. Das senke auch die Kosten. Und mit der grösseren Breite des Angebots werde das Fusionsgebilde als Arbeitsplatz attraktiver. Das Spital wiederum werde leichter Personal für die Landspitäler rekrutieren können, weil es möglich sei, Aufgaben auf die Stadt- und die Landspitäler aufzuteilen.

Der Regierungsrat gleiste die Fusion in den Jahren 2009 und 2010 auf, der bernische Grosse Rat stellte sich 2011 hinter die Idee. Für die Angestellten des Inselspitals bedeutet die Fusion, dass sie neu einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstehen werden. Bisher profitierten nur jene der Spital Netz Bern AG von einem GAV. (sda)

Aktuelle Nachrichten