Jura
Berner Regierung will den Jura behalten

Der Verbleib des Juras sei im Interesse der Region, des Kantons und der ganzen Schweiz. Dies erklärt der Regierungsrat zum Schlussbericht der Interjurassischen Versammlung.

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Solothurner Zeitung

Die Interjurassischen Versammlung (IJV) hatte im vergangenen Mai zwei Varianten zur politischen Lösung der Jurafrage vorgestellt. Darauf hat der Berner Regierungsrat nun reagiert: Er anerkannte in seiner Stellungnahme, dass die Zusammenarbeit innerhalb des Jurabogens ausgebaut werden müsse. Er denke aber, dass dies auch ohne die Änderung der Kantonsgrenzen machbar sei. Das Modell «Status quo plus», das eine Verbesserung der heutigen Situation vorsieht, komme dieser Vision am nächsten. Dies im Gegensatz zum Modell eines neuen Kantonsgebildes mit sechs Gemeinden, das sich aus den heutigen Amtsbezirken des Berner Juras und des Kantons Jura zusammensetzen würde.

Der Regierungsrat stimmte «im Grundsatz» einer von der IJV organisierte interaktiven Information zu. Die beiden Regierungen der Kantone Bern und Jura müssten bis spätestens Anfang November dieses Jahres die Modalitäten dieser Veranstaltungsreihe festlegen. An diesen Informationsveranstaltungen, die sich an die politischen Parteien, Verbände und andere Vereinigungen sowie an die Öffentlichkeit des Berner Juras und des Kantons Jura richten, soll die IJV die seit August 2006 erfolgten Arbeiten vorstellen und damit das Gespräch eröffnen. Die Kantonsregierung wünscht aber, dass die in diesem Rahmen abgegebene Information «vollständig und differenziert ausfällt». Insbesondere sollten die Beziehungen zwischen dem Berner Jura und Biel thematisiert und die finanziellen Betrachtungen der IJV relativiert werden.

Die Informationsphase soll mit einem Bericht abgeschlossen werden. Das ganze Verfahren dauert laut Mitteilung bis Ende 2010. Sobald die Reaktionen aus der Informationsphase bekannt sein werden, werde es möglich sein, die Frage einer allfälligen Volksbefragung und der entsprechenden Modalitäten zu vertiefen.

Die erste der beiden von der Interjurassischen Versammlung (IJV) vorgestellten Alternativen zum Status quo besteht darin, die drei Amtsbezirke des Berner Juras und die drei Bezirke des Kantons Jura zu einem neuen Kanton zusammenzuführen. Die zweite als «Status quo plus» bezeichnete Alternative würde namentlich mit einer Vereinfachung der institutionellen Landschaft des Berner Juras, mit einer territorialen Reorganisation sowie mit einer Stärkung der interjurassischen Zusammenarbeit erreicht. (ap)

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