EU-Drogenbericht

Behörden warnen vor Rekordzahl neuer Psycho-Drogen

Immer mehr neue Drogen überschwemmen den Markt (Symbolbild)

Immer mehr neue Drogen überschwemmen den Markt (Symbolbild)

In der EU ist 2009 eine Rekordzahl neuer Drogen gemeldet worden. Das geht aus einer veröffentlichten Studie der EU-Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon und von Europol hervor. Die Behörden warnen - auch vor der altbekannten Droge Kokain.

Demnach wurden den beiden Gremien im vergangenen Jahr 24 psychoaktive Substanzen über das EU-Frühwarnsystem erstmals gemeldet. Dies sei die höchste Zahl von Substanzen, die bisher in einem Jahr neu gemeldet wurde, und fast doppelt so hoch wie 2008 als 13 neue Substanzen bekannt wurden.

Alle neuen Verbindungen waren synthetisch. Als neue Entwicklung 2009 wurden neue rauchbare Kräuterprodukte, die mit synthetischen Cannabinoiden versetzt sind ("Spice-Phänomen) und die wachsende Popularität synthetischer Cathinone hervorgehoben. Letztere stammen von Cathinon, das strukturell mit Amphetamin verwandt ist.

Europa als wichtiger Markt für Kokain

Immer mehr zu tun haben die EBDD und Europol auch mit Kokain: Europa sei zu einem wichtigen Ziel für Kokain aus Südamerika geworden, heisst es in dem Bericht.

Der Befund wird von einer Umfrage gestützt: "Etwa drei Millionen junge Erwachsene haben angegeben, im Laufe des vergangenen Jahres Kokain konsumiert zu haben", sagte EBDD-Direktor Wolfgang Götz.

Die wichtigsten Kokain-Transportrouten führen dem Bericht zufolge über Nord-, Zentral- und Westafrika nach Europa. Es gebe Hinweise auf eine Verschiebung der "Landepunkte" innerhalb der wichtigsten europäischen Zugangsregionen - der iberischen Halbinsel sowie den Benelux-Staaten.

Weil sich die Handelsnetze immer mehr in Richtung Osteuropa ausdehnten, wachse die Gefahr, dass auch dort immer mehr Menschen das weisse Pulver konsumierten. Die Region ist lange vergleichsweise wenig betroffen gewesen, wie Europol festhält. (SDA/cls)

Meistgesehen

Artboard 1