Öffentlicher Verkehr

BAV-Chef spricht Klartext: ÖV ist für steigende Nachfrage schlecht gerüstet

Nach Ansicht des Direktors des Bundesamtes für Verkehr braucht es von den ÖV-Unternehmen stärkere Anstrengungen.

Nach Ansicht des Direktors des Bundesamtes für Verkehr braucht es von den ÖV-Unternehmen stärkere Anstrengungen.

Die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs müssten stärkere Anstrengungen unternehmen, um der steigenden Nachfrage gewachsen zu sein. Das fordert der Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV).

(rwa) Die Worte von Peter Füglistaler sind deutlich. «Die Klima-Jugend will umsteigen – der öV muss es ihr ermöglichen», fordert der BAV-Direktor in seinem neuen Newsletter, über den die «NZZ am Sonntag» berichtete. Züge und Busse seien in Stosszeiten voll und nächste Ausbauschritte würden erst in Jahren wirksam. Dazu kommen laut Füglistaler Probleme bei der Pünktlichkeit oder beim Rollmaterial.

Angesichts der steigenden Nachfrage sieht Füglistaler den öffentlichen Verkehr auch aus anderen Gründen schlecht gerüstet. «Kundenfalle Nr. 1 bleibt ein Tarifsystem, das zu kompliziert ist.» Es müsse zudem zuverlässiger und einfacher werden, mit dem Zug international zu reisen oder nur schon ein Billett zu lösen.

Als weitere Stolpersteine ortet der BAV-Direktor die

  1. Koordination zwischen Transportunternehmen und Verbünden bei Tarifen
  2. wenig erfolgreichen Bemühungen für ein internationales Ticketing
  3. langsame Entwicklung des internationalen Schienenverkehrs
  4. zögerliche Verknüpfung mit anderen Verkehrsarten

Für Füglistaler ist der Klimawandel eine Chance für den öffentlichen Verkehr, aber auch eine grosse Herausforderung. Daher sei ein grosser Effort notwendig und die Bereitschaft, «angestammte Positionen» zu überdenken.

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