Asylgesuche

Asyl-Zentren schon jetzt am Anschlag – und Tausende werden noch kommen

Kinder im Asylzentrum in Bremgarten (Archiv)

Kinder im Asylzentrum in Bremgarten (Archiv)

Das Bundesamt für Migration (BFM) prognostiziert für dieses Jahr insgesamt 24'000 neue Asylgesuche. 10'000 sind bisher eingegangen. Recherchen der Zeitung «Schweiz am Sonntag» zeigen: Die Asyl-Zentren des Bundes sind bereits jetzt voll.

«Unsere Zentren sind an ihren Grenzen angelangt, oder habe diese teileweise schon überschritten», sagt Agnès Schenker, stellvertretende Informationschefin des Bundesamts für Justiz (EJPD).

Noch weniger rosig sieht es bei den Kantonen und Gemeinden aus. Die Schweiz lässt deshalb nichts unversucht, nur die Flüchtlinge aufzunehmen, für die sie zuständig ist. So hat die Schweiz vergangenes Jahr weltweit 13'351 Menschen rückgeführt.

Denn gemäss Dublin-Abkommen muss das Asylverfahren in jenem Land durchgeführt werden, wo ein Flüchtling zum ersten Mal europäischen Boden betrat. Ein Riesenproblem für Italien, wo die meisten Flüchtlinge auf dem Seeweg ankommen.

Allein die Schweiz schickte vergangenes Jahr 5318 Flüchtlinge ins südliche Nachbarland wegen des Dublin-Abkommens zurück. Bis Ende Mai 2014 waren es 2063. Dazu kommen noch rund 3000 Personen ohne gültige Papiere, die von der Schweizerischen Grenzwacht angehalten und nach Italien übergeben wurden.

Trotzdem wird die Schweiz nicht darum herum kommen, neue Plätze für Flüchtlinge bereitzustellen. Laut EJPD-Sprecherin Schenker ist der Bund mit seinem zusätzlichen Platzangebot gut unterwegs. So plant das BFM auf Bundesebene in Losone TI 170 Plätze. Ebenso sollen in Perreux NE weitere 80 Plätze entstehen und in Menzingen ZG kommen ab Mai 2015 120 Personen unter.

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