Die Arbeitslosigkeit ist im Juni nochmals gesunken und liegt nun bei 2,1 Prozent. Bis Ende Juni waren gemäss Erhebung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) 97'222 Personen arbeitslos, das heisst, bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren eingeschrieben. Im Vergleich zum Mai fanden 4148 Arbeitssuchende einen neuen Job.

Und für einmal profitierten nicht nur die jüngeren Semester. Im Juni fanden 978 Arbeitslose im Alter zwischen 50 und 64 Jahren eine neue Stelle. Bei über 28'000 Arbeitslosen über 50 entspricht das einer Reduktion der Arbeitslosigkeit von 3,4 Prozent in einem einzigen Monat. Der Vergleich zum Vorjahresmonat stimmt noch optimistischer. Im vergangenen Juni lag die Zahl der über 50-Jährigen, die eine Arbeit suchen, noch deutlich über 30'000. Das sind etwa 10 Prozent mehr als heute.

Zwar handelt es sich nur um die Entwicklung innerhalb eines Monats – und nicht um einen Trend. Und doch erklärt das Seco, dass es sich dabei nicht etwa um einen statistischen Ausreisser handelt:

Ältere Arbeitnehmende sind zweite Wahl

Gerade vor dem Hintergrund, dass die Jobsuche mit zunehmendem Alter schwieriger wird, ist diese Entwicklung etwas Balsam für die Seele. Denn gemäss Zahlen aus Zürich werden 51 Prozent der Arbeitslosen im Alter über 60 ausgesteuert, wie die «NZZ am Sonntag» publik machte. «Das bedeutet: Gut die Hälfte der Personen, die ab 58 ihre Stelle verlieren, finden innerhalb von zwei Jahren keinen neuen Job.» Zum Vergleich: Bei den 25- bis 39-Jährigen liegt die Quote der Ausgesteuerten bei 17 Prozent.

Obwohl nun kurzfristig fast tausend über 50-Jährige eine neue Stelle fanden, genossen bis anhin die Jüngeren einen Vorteil, wie das Seco erklärt:

Das bedeutet: Trotz der aktuell positiven Entwicklung hat sich die Situation für ältere Arbeitslose in der Schweiz nicht langfristig entschärft. Ein Indiz für die Schwierigkeit, für die Arbeitssuchenden eine passende Stelle zu vermitteln, liefert zudem die Zahl der offenen Stellen: Ende Juni zählte das Seco deren 37'186.