"Ja wir sind träge geworden, der Weckruf war nötig", sagte Andreas Glarner im "Sonntalk" von Tele Züri zum Wochenthema "SVP im Sinkflug". Parteipräsident Albert Rösti kritisierte letzte Woche die Lokalsektionen, die ihre Wahlen verloren hatten, vor allem in der Agglomeration Zürich. Zum Bericht der "Sonntagszeitung", wonach einzelne SVP-Lokalsektionen die Kritik an die Parteispitze zurückspielen und Christoph Blocher auffordern, sich endlich aus der Politik zurückzuziehen, meinte Glarner nur: "Es rufen jetzt vor allem die aus, die gemeint sind. Es sind immer die gleichen Verdächtigen." Dass sich auch Sektionen wehren, die nicht gemeint waren, verstehe er aber. Überhaupt, es gebe keine basisdemokratischere Partei als die SVP.

Glarner glaubt, die Schuld des "Durchhängers" bei der "Koalition der Wahl- und Abstimmungsverlierer", wie er die anderen Parteien nennt, gefunden zu haben: Viele Wähler seien frustriert, weil die Gegner die SVP-Initiativen (Anmerkung der Red.: Masseneinwanderung, Verwahrung, Ausschaffung) nicht umsetzten. "Warum geht man noch an die Urne, wenn die Initiative nachher nicht umgesetzt wird?" Das werde sich noch rächen. 

Humbel: "SVP ist eine libertäre Partei geworden"

Sonntalk-Gast Ruth Humbel findet es "etwas einfach, den anderen die Schuld zu geben". Sie fühle sich zwar nicht berufen, den SVP-Verlust zu kommentieren. Aber machte es nach Aufforderung von Moderator Markus Gilli dann doch: "Die Bevölkerung habe gemerkt, dass es nicht reicht, nur gegen Ausländer zu politisieren."

Die Aargauer CVP-Nationalrätin weiter: Die SVP sei zu einer völlig neoliberalen, libertären Partei geworden, welche die Reichen schützt und bei den Unteren sparen wolle. Als jüngstes Beispiel nennt Humbel das Vorhaben der SVP, bei den Ergänzungsleistungen zu kürzen.

SVP im Sinkflug / Mindestfranchise 10'000 Franken / Pressekonzentration

SVP im Sinkflug / Mindestfranchise 10'000 Franken / Pressekonzentration

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