Schweiz

Ambulante Eingriffe: Weitere Runde bei der Tarifstruktur Tardoc

Eine ambulante Operation in einem Schweizer Spital.

Eine ambulante Operation in einem Schweizer Spital.

Der Tarif wurde von den Krankenkassen und den Ärzten überarbeitet. Der Bundesrat begrüsst dies, er nimmt die neue Version aber noch einmal unter die Lupe.

(rom) Vor einem Jahr haben der Versichererverband Curafutura und die Ärztegemeinschaft (FMH) beim Bundesrat die Genehmigung der neuen Tarifstruktur Tardoc für ambulante ärztliche Leistungen beantragt. Dieser soll den veralteten Tarif Tarmed ablösen. Das zuständige Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Prüfung inzwischen abgeschlossen. In der Zwischenzeit hätten die Tarifpartner den Tarifvertrag aber noch mit neuen Elementen ergänzt, schreibt der Bundesrat am Mittwoch in einer Mitteilung. Deshalb sei eine Neubeurteilung erforderlich.

Swica ist neu auch dabei

Die Tarifpartner Curafutura und FMH hätten dem Bundesrat am 25. Juni 2020 einen ergänzten Genehmigungsantrag unterbreitet. Dies noch bevor ihr Antrag vom Juli 2019 fertig geprüft worden sei. Der ergänzte Antrag enthalte grundlegende Änderungen: unter anderem eine Beitrittsvereinbarung der Swica Krankenversicherung, ein gemeinsames Kostenneutralitätskonzept sowie eine überarbeitete Version der Tarifstruktur.

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) begrüsse die Initiative der Tarifpartner, schreibt der Bundesrat. Das BAG werde erneut prüfen, ob mit den überarbeiteten Elementen die gesetzlichen Anforderungen sowie die vom Bundesrat vorgegebenen Bedingungen eingehalten werden; insbesondere dürften durch die neue Tarifstruktur keine Mehrkosten entstehen. Die Ergebnisse der Analyse sollen den Tarifpartnern noch dieses Jahr zugestellt werden.

Krankenkassen hoffen auf Einführung per Januar 2020

Der Krankenkassenverband Curafutura reagierte am Mittwoch erfreut auf den Entscheid des Bundesrats, Tardoc neu zu beurteilen. «Der Bundesrat gibt hier ein deutliches Zeichen der Wertschätzung gegenüber unserer Tarifpartnerschaft», lässt sich der Direktor von Curafutura, Pius Zängerle, in einer Mitteilung des Verbands zitieren. Zusammen mit der Ärztegemeinschaft erwarte man, das Tarifmodell per 1. Januar 2020 einführen zu können.

Autor

Roman Schenkel

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