Über 450 junge Klimastreikende aus 37 Ländern Europas treffen sich ab heute Montag in Lausanne zum ersten internationalen Gipfeltreffen der FridaysforFuture-Bewegung. Auch die Initiantin der Bewegung, Greta Thunberg, reist an.

In öffentlichen Gebäuden, die die Stadt zur Verfügung stellte, und bei Gastfamilien kommen die Aktivisten unter. Aus Russland, der Ukraine und der Türkei reisen die Jugendlichen an – ohne in ein Flugzeug zu steigen.

«Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, mit umweltfreundlicher Anreise an einem internationalen Treffen teilzunehmen», sagt Tobias Schuster, Mitglied des Organisationskomitees. Auch die Mahlzeiten sollen klimaschonend sein: «Alles regional und teilweise auch aus Lebensmitteln, die weggeworfen worden wären.»

Was die Klimajugend von Europa bei ihrem Treffen an der Universität Lausanne besprechen werden und warum die Thunberg nicht mehr das Aushängeschild von FridaysforFuture sein soll – alles was du dazu wissen musst.

1. Warum treffen sie sich?

Die Klimastreikenden wollen «über das weitere Vorgehen dieser globalen Bewegung nachdenken und sich beraten», wie die Organisatoren in einer Mitteilung schreiben. «Wir wollen Strukturen schaffen – die waren bisher nur spärlich vorhanden», sagt Schuster.

Indem man sich international koordiniert wolle man eine grössere Wirkmacht erzielen. Doch die Gelegenheit des Zusammenkommens wollen die jungen Klimastreikenden sie auch nutzen, um sich gegenseitig zu inspirieren und Erfahrungen aus ihren jeweiligen Ländern auszutauschen.

Zusammen mit Klima-Wissenschaftlern setzen sich die Jugendlichen in Diskussionsrunden mit den Problemen der Klimakrise auseinander. Schliesslich wolle man weitere konkrete Schritte planen und diese als nächstes in Gang setzen.

Ihr grösstes Projekt: Die Streik-Woche am UN-Klimagipfel in New York Ende September. Die Organisatoren vom Global Climate Strike rechnen mit Millionen Klimastreikenden, die für das Ende der fossilen Brennstoffe auf die Strasse gehen und Aktionen gegen den Klimazusammenbruch fordern.

Was steht auf dem Programm?

Für diese Woche haben die Organisatoren für jeden Tag ein Programm zusammengestellt. Gestern trafen die ersten Teilnehmenden in Lausanne ein. Am Montagmittag findet dann der aufsehenerregende Auftritt der Friedensnobelpreis-Nominierten Greta Thunberg statt. Sie wird an der Pressekonferenz teilnehmen und sich mit ihrer Botschaft an die Medien wenden.

Thunberg ist auch während den restlichen vier Tagen vor Ort und wird an den verschiedenen Workshops dabei sein. Auch der Chemie-Nobelpreisträger und Professor Jacques Dubochet und der bekannte Umweltwissenschaftler und Club-of-Rome-Präsident Ernst von Weizsäcker sind anwesend.

Neben Diskussionsrunden und Strategie-Sitzungen gibt es auch spassigere Programmpunkte wie «Touristic Afternoon» oder «Team Building Activities». Am Freitag tun sie dann das, was die Klimajugend in den letzten Monaten immer gemacht hat: streiken. Über 450 Klimaaktivisten werden dann durch die Innenstadt von Lausanne ziehen und für ihre Anliegen demonstrieren.

3. Warum ist Greta Thunberg nicht mehr wichtig?

Das Gesicht der weltweiten Klimastreiks ist Greta Thunberg. Doch dies sieht die FridaysforFuture-Bewegung anders. «Sie ist und möchte nicht die Ikone unserer Bewegung sein», schreiben die Organisatoren auf Anfrage von watson.

Sie seien basisdemokratisch organisiert und wollten daher niemanden in den Vordergrund stellen. «Denn ohne die Klimastreikenden auf der Welt würde Greta immer noch alleine vor dem Schwedischen Reichstag stehen», sagt Sprecher Tobias Schuster.