Obwohl die Zahl der Demenzpatienten in der Schweiz weiterhin stark ansteige, gebe es Personen, welche die Existenz der Krankheit anzweifelten, heisst es in einem am Sonntag veröffentlichten Positionspapier verschiedener Interessenverbände.

Beispielsweise in Frankreich würden die Kosten offiziell zugelassener Antidementiva nicht mehr von der Krankenversicherung erstattet. "Diese Ansicht und die damit verbundenen Konsequenzen widersprechen allen verfügbaren Fakten und dem aktuellen Wissen über mit Demenz assoziierte Erkrankungen", heisst es im Positionspapier.

Die Experten fordern deshalb im Zuge der Nationalen Demenzstrategie 2014-2019 freien Zugang für alle Demenzbetroffenen zu einer genauen Diagnose und zu einer durch die obligatorische Krankenversicherung vergüteten Gesundheitsversorgung.

Frühzeitig handeln lohnt sich

Gemäss dem Positionspapier treten Demenzkrankheiten mit steigendem Alter häufiger auf. Zur Verbesserung beziehungsweise Stabilisierung der kognitiven Symptome sei eine Kombination von medikamentösen und nichtmedikamentösen Behandlungsansätzen nötig. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Demenz unterstütze die Autonomie der Betroffenen und erlaube diesen, länger zu Hause zu leben.

Nebst der Verschreibung von Medikamenten seien auch ein offenes Ohr und psychologische Begleitung nötig. Die Institutionen bestehen auf der Notwendigkeit von Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsfachleuten sowie Aufklärung der Bevölkerung. Derzeit werde ein grosser Teil der Demenzerkrankungen nicht oder zu spät diagnostiziert.