Wenn die Puppe Barbie sich eine neue Besitzerin sucht

Zum 28. Mal feierte die Oberengstringer Bevölkerung am Wochenende ihr traditionelles dreitägiges Weinfest. Hauptattraktion am Samstagnachmittag war der Kinderflohmarkt.

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Wenn die Puppe Barbie sich eine neue Besitzerin sucht

Wenn die Puppe Barbie sich eine neue Besitzerin sucht

Limmattaler Zeitung

Franziska Schädel

Zu kaufen gibt es alles, was Herzen der Kinder höherschlagen lässt. Grossmütter, die ihre Enkel verwöhnen wollten, haben die Qual der Wahl: Barbies und Teddybären, Puzzles und Lego, Memories und Bilderbücher suchen neue Besitzer. Die gesammelten Werke des Karl May sind zu haben oder die Reisen des Marco Polo. Jan hat mit seinen Lego-Bausätzen gute Geschäfte gemacht. «Ich habe keine fixen Preise, mit mir kann man auch handeln», versichert er. Der Erlös geht nicht etwa in neues Spielzeug. «Ich kauf mir Beach-Mountain-Kleider – die bekomme ich von meiner Mutter nicht», so Jan. Cyrill, Marc und Philipp sparen für eine Brake-Dance-Ausrüstung und legen auch gleich eine Kostprobe ihres Könnens aufs Trottoir. Vanessa hofft auf einen Käufer für ihr Sändelizeug, denn sie reist in den nächsten Ferien in die USA und möchte dort für das Geld Kleider und Spielzeug kaufen.

«Geschäfte laufen schlecht»

Richard Nydegger ist zum fünften Mal Festkoordinator. Mit Unterstützung seiner Tochter und der Dorfvereine hat er ein buntes Festprogramm auf die Beine gestellt. Reiten auf Polopferden steht vor allem bei den Mädchen hoch im Kurs, und manches Kind schickt seine grosse Hoffnung auf den ersten Preis mit einem Luftballon auf die Reise. Im Vorjahr am weitesten geflogen war der Ballon von Laurin Wolf: Auf seiner Karte steht der Poststempel der österreichischen Gemeinde Obervellach in Kärnten. Sorgen macht sich Nydegger dieses Jahr aber wegen des Wetters: «Die Geschäfte laufen schlecht. Die Umsätze der Vereine sind 50 Prozent niedriger als im Vorjahr.» Die kleinen Händlerinnen und Händler lassen sich von ein paar Regentropfen aber nicht das Geschäft verderben. Sie haben mit grossen Regenschirmen und Plastikblachen vorgesorgt.

Ein junger Brauch

Das Oberengstringer Weinfest geht zurück auf den Brauch, den Wein des gemeindeeigenen Rebbergs an einem Wochenende im Jahr an die Einwohnerinnen und Einwohner von Oberengstringen zu verkaufen. Das war vor 28 Jahren. Dann kam ein Handörgeler dazu, dann die Männerriege, dann die Feuerwehr und schliesslich wuchs sich der Anlass zu einem dreitägigen Dorffest aus. Und so wirbt auch dieses Jahr das Gewerbebeizli mit Würsten und Römerschnitzel. Die reformierte Kirche macht mit einem kühlen Drink namens «Sweet Heaven» auf ihr ureigenstes Anliegen aufmerksam und anhand einer Schautafel des Natur- und Vogelschutzvereins können sich Interessierte einen Überblick über die Schweizer Brutvögel verschaffen. Selbstgebackene Kuchen gibts beim Elternverein und der Samariterverein wacht über kleinere Blessuren und Beschwerden. «Wir sind froh, wenn nichts Schlimmes passiert. Aber mal einen Stich behandeln oder eine Schürfung, das ist interessanter, als nur rumzusitzen», schmunzelte Samariter Walter Andrist.

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